Das aktuelle Wetter NRW 25°C
Kommentar

Richtig helfen – von Christopher Onkelbach

31.01.2012 | 17:53 Uhr

Kinder lernen die Sprache von selbst – wenn man mit ihnen spricht. Schon bevor ein Kind Mama sagen kann, ist es auf die fürsorgliche Ansprache angewiesen, denn in den ersten Lebensmonaten wird die Sprachregion im Gehirn trainiert. Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und Entwicklung – alles hängt auch davon ab, wie viel sprachliche Aufmerksamkeit Eltern ihren Kindern widmen.

Fehlt es daran? Ist das der Grund, warum bei mittlerweile jedem dritten Vorschulkind Sprachentwicklungsstörungen festgestellt werden?

Sicher, in manchen Familien ersetzt der Fernseher das Gespräch. Doch ein wichtiger Grund für den Befund dürfte sein: Je genauer man hinsieht, desto mehr wird entdeckt. Die verstärkte Aufmerksamkeit von Eltern, Erziehern, Ärzten und Lehrern für das Problem ist wichtig, sie erhöht aber zugleich die Fallzahlen. Dabei ist fraglich, ob immer die richtigen Kinder eine Sprachförderung erhalten. Dagegen bedrängen überbesorgte Eltern die Kinderärzte, ihnen eine Überweisung zum Logopäden auszustellen.

Zum Wohle der Kinder sollte man sich davor hüten, aus einem pädagogischen Problem stets ein medizinisches zu machen. Nicht jeder lispelnde Dreijährige benötigt Therapie.

Christopher Onkelbach

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6303219/create

Umfrage
Nach der Wahlniederlage in NRW fordert die CDU-Basis einen kompletten Neuanfang. Was meinen Sie dazu?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
Bundespräsident Gauck bekundet Röttgen Hochachtung
Amtsentlassung
Mit lobenden Worten hat Bundespräsident Gauck den CDU-Poltiker Norbert Röttgen am Dienstag aus dem Amt als Bundesumweltminister entlassen. Für den bei Kanzlerin Merkel in Ungnade gefallenen Verlierer der NRW-Wahl dürften Gaucks Worte auch so etwas wie Seelsorge gewesen sein.
Video 2 Kommentare 2
Schwabedissen bereit zur Kandidatur für Linke-Parteivorsitz
Linke
Katharina Schwabedissen ist zu einer Kandidatur für den Parteivorsitz der Linken bereit. Allerdings wolle sie dies erst mit ihrem Landesvorstand und den Söhnen besprechen. Die Satzung der Linkspartei schreibt eine Doppelspitze mit mindestens einer Frau vor.