„Revolution“ in den Rathäusern

Madrid..  Spaniens größte Städte Madrid und Barcelona werden von Bürgermeisterinnen aus dem Lager der Linken regiert. In der spanischen Hauptstadt wurde die parteilose Juristin Manuela Carmena zum neuen Stadtoberhaupt gewählt. Für Madrid, das seit 1991 von der konservativen Volkspartei (PP) regiert worden war, ging damit eine Ära zu Ende.

In Barcelona wählte der Stadtrat Ada Colau, die in Spanien die Protestbewegung gegen die Zwangsräumung von Wohnungen angeführt hatte, zur Bürgermeisterin. Die 71-jährige Carmena und die 41 Jahre alte Colau hatten bei den Kommunalwahlen am 24. Mai für Bündnisse kandidiert, die von der neuen Linkspartei Podemos („Wir können“) unterstützt worden wurden.

„Revolution in den Rathäusern“, titelte die Madrider Zeitung „El Mundo“ am Sonntag. Die PP des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy hatte bei den Kommunalwahlen am 24. Mai drastische Stimmeinbußen erlitten. Knapp drei Wochen nach der Wahl traten im ganzen Land mehr als 8100 Stadt- und Gemeinderäte zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammen und wählten ihre Bürgermeister. Die PP, die bisher in 35 der 52 Provinzhauptstädten regiert hatte, musste in fast der Hälfte der Metropolen die Macht abgeben. Dazu gehörten neben Madrid Städte wie Valencia, Sevilla, Saragossa, Cádiz und Palma de Mallorca. Von den zehn größten Städten Spaniens stellt die PP nur noch in zwei die Bürgermeister.