Revier braucht die Akademiker - von T. Wels
01.09.2010 | 06:35 Uhr 2010-09-01T06:35:00+0200Der Befund ist nicht überraschend, alarmierend ist er gleichwohl. Angehende Akademiker finden prima Bedingungen an Unis und Fachhochschulen im Ruhrgebiet, fertige Akademiker finden es woanders attraktiver: in Ermangelung einer großen Auswahl passender Arbeitsplätze, aber auch wegen fehlender Kindertagesstätten und eines vermeintlich weniger lebenswerten Umfeldes. Kurzum ist das Image von München und Stuttgart besser als das von Essen oder Bochum.
Das ist ein Problem für eine Region, die auf der Welle des Wandels von der Industrie- zur Wissensgesellschaft nicht gerade vorneweg surft. Wie wichtig es ist, pfiffige Ingenieure oder Informatiker zu haben, zeigt ein Blick nach Dortmund. Die Westfalenmetropole kann auf 600 mittelständische Unternehmen in der Informatik, der Elektro- und Systemtechnik stolz sein, die sich vor allem dank der Uni angesiedelt haben – weil aus Akademikern oft Unternehmer werden. Bochum hat den Wettbewerb mit Stuttgart um die Ansiedlung des Blackberry-Herstellers RIM gewonnen – wegen des Wissens im Institut für Datensicherheit. Wissen ist ein Standortfaktor. Ein Krippenplatz auch.
Wir haben zwar nicht die Alpen, dafür Unternehmer, die initiativ werden wie bei der Gründung der Internationalen Schule in Essen. Alles Anfänge, die durchaus Hoffnung machen.

22:53
Ritter Kokosnuss
Aber was passiert, wenn in Zukunft keine fossilen Energien (Gas, Kohle) mehr benötigt werden?
In den Schachtanlagen haben wir eine fast unendliche und saubere Energie. Die Gesteinswärme muss und kann mit einfacher Technik genutzt werden.
Diese Nutzung hätte noch den Nebeneffekt, die Ewigkeitskosten brächten einen Nutzwert.
19:19
VOM INGENIEUR ZUM TELLERWÄSCHER
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,638189,00.html
DAS MÄRCHEN VOM FACHKRÄFTEMANGEL
http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/tid-19321/arbeitsmarkt-das-maerchen-vom-fachkraeftemangel_aid_535617.html
ALS INGENIEUR ARBEITSLOS
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,690572,00.html
16:41
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16:15
Die Anziehungskraft nach Süddeutschland ist einfach zu gross. Denn da steckt sehr hohe Innovationskraft hinter, was glaubt ihr denn wieviele Studenten sehr gern bei Audi, Porsche, Bosch oder BASF arbeiten würden? Da gibt es eine Beliebtsheitsskala und NRW sieht da gar nicht gut aus. Die Arbeitslosenquote in Baden-Würtemberg ist im Vergleich zu NRW traumhaft klein. Wenn man schon in Süddeutschland studiert, dann schielen auch viele in die Schweiz die ja auch nicht mehr weit entfernt scheint, die hat ja bekanntermassen noch mehr für Akademiker zu bieten als Deutschland je konnte und kann, nämlich deutlich höhere Bezüge nach dem Studium.
Mich wunderts es gar nicht, das das Ruhrgebiet alt aussieht. Die Fachhochschule Dortmund hat einen Numerus Clausus in Wirtschaftsinformatik und jeder Numerus Clausus (Zulassungsbeschränkung) ist ganz grosser Mist.
Da sucht sich der Student gleich ne andere Hochschule. Nür blöd wenn die Unternehmen auch da sein wollen , wo alle Studenten hinwollen, im Hinblick auf die Forschung.
Ich bin hier in Velbert geboren, hier gibt es seit Ewigkeiten keine Fachhochschule obwohl wir fast 90.000 Einwohner haben. Murks.
15:06
Innerhalb der Regierung sollte es Regierungsvertreter geben, die aus der breiten Mittelschicht und Arbeiterschicht stammen - dann wird vielleicht einmal in meiner Tageszeitung stehen: gute Arbeitskräfte braucht diese Region. Schon mal was davon gehört, dass die arbeitende Bevölkerung das Kapital eines jeden Landes ist? Sie steuert nämlich massivst zum Bruttosozialprodukt bei.
Neue Arbeitsplätze, das ist vollkommen richtig. Anstatt gute Fachkräfte in den neuen Technologien auszubilden hatten die meisten Bundesländer - vorneweg NRW - nichts bessers zu tun als Unmengen von BWlern auszubilden die jetzt in Horden das ganze Land besiedeln und alle wollen nur noch eins und das noch viel mehr: Kapital. Wann begreifen die Menschen endlich, dass es nicht nur darum geht, sondern das die Erwerbstätigkeit und Familie glücklich und zufrieden machen?
Wir Frauen sind genauso die gelackmeierten: erst ging es darum, aus dem hausmütterchendasein zu entschlüpfen, dann etwas aus sich zu machen, dann etwas dazu zu verdienen. Mittlerweile haben wir das, was wir im vorherigen Jahrhundert am eigenen Herd hatten am Arbeitsplatz: zuviel Arbeit, Unterbezahlung, krankmachender Stress, nur noch Verpflichtungen ohne Entlastung und Spass, zu hohe Verantwortungen für zuwenig Geld.
12:14
Tja, das ist das Ergebnis der Politik, immer mehr Geld unter Tage zu verbuddeln. Ich erinnere mich noch gut an Herren mit vorsätzlich bestaubten weißen Anzügen und ebensolchen Helmen. Die Gesichter wurden dann ebenfalls leicht angestaubt. Und dann kamen diese Herren freudestrahlend aus dem Schacht-Aufzug und erklärten, dass man die bergleute doch nicht im Stich lassen würde. Das Spiel wurde über 40 Jahre lang gemacht. 40 verlorene Jahre fürs Revier. Und jetzt ist es eben zu spät! So einfach ist das.
Gewisse altgediente Redakteure der WAZ müssten eigentlich schamrot werden, haben sie doch immer in bester Hofberichterstattermanier diesem teuren Blödsinn applaudiert.
Hätte man damals schon, spätestens Anfang der 1990er Jahre, damit radikal aufgehört, dann hätte das Revier eine echte Chance gehabt. Aber die Bevölkerung wählt eben diejenigen, die ihnen die kleinsten Mühen abverlangen. Sehr kurzsichtig.
Und kaum wurde eine Regierung vom Rest NRWs an die Macht gebracht, die einen mühevollen Weg beschritten hatte, da wurde diese schnell wieder abgewählt, weil Mühe ja doch schwer ist!
Die Bevölkerung des Reviers hat es so gewollt und es nicht anders verdient. Die Leistungsträger, die Innovationstreiber sind längst gegangen. Zurückgeblieben sind Verwalter an den Schreibtischen der Konzerne. Aber was passiert, wenn in Zukunft keine fossilen Energien (Gas, Kohle) mehr benötigt werden? Wenn es z.B. Ersatzwerkstoffe für Stahl im Fahrzeugbau (Carbon) gibt? Wenn der Rest der Welt die Dinosaurier-Technik von gestern nicht mehr haben will? Dann ist endgültig Schluss!
07:23
Auch dies ist die Folge der jahrelangen Gießkannenpolitik eines Johannes Rau, der damit die Städte ruhig hielt und seine Politik des Ausgleichs durchzog und immer noch von Kohle und Stahl träumte, anstatt vernünftigerweise Hightech-Industrie anzusiedeln bzw. dies zu ermöglichen, wie es clevererweise Bayern und Baden-Württemberg gemacht haben (Bayern dazu noch mit Geld aus NRW durch den Länderfinanzausgleich).