Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Politik

Reuters-Bürochef im Iran wegen angeblicher Propaganda verurteilt

01.10.2012 | 05:49 Uhr
Foto: /dapd/Ronny Hartmann

Ein Mediengericht im Iran hat den Teheraner Bürochef der Nachrichtenagentur Thomson Reuters der Verbreitung von Lügen gegen das Islamische System schuldig gesprochen. Dabei ging es um ein Video über iranische Kampfsportlerinnen. In einer Schlagzeile war über die Gruppe Frauen kurzzeitig zu lesen, dass diese als Ninja-Killerinnen trainierten.

Teheran (dapd). Ein Mediengericht im Iran hat den Teheraner Bürochef der Nachrichtenagentur Thomson Reuters der Verbreitung von Lügen gegen das Islamische System schuldig gesprochen. Dabei ging es um ein Video über iranische Kampfsportlerinnen. In einer Schlagzeile war über die Gruppe Frauen kurzzeitig zu lesen, dass diese als Ninja-Killerinnen trainierten. Die staatliche Nachrichtenwebseite YCR.ir zitierte einen Gerichtssprecher mit den Worten, Büroleiter Parisa Hafesi sei wegen eines Propaganda-Vergehens im Zusammenhang mit dem Video vom Februar am Sonntag verurteilt worden. Auch das staatliche Fernsehen berichtete über die Entscheidung.

Reuters hatte den Titel wenig später korrigiert, dennoch wurde das Büro der Nachrichtenagentur in Teheran im März suspendiert. Die meisten Mitarbeiter gingen nach Dubai, der iranische Staatsbürger Hafesi durfte das Land aber nicht verlassen. Reuters-Sprecherin Barb Burg sagte, bis zur Bekanntgabe eines Strafmaßes werde sich die Agentur nicht äußern. Dies wird innerhalb einer Woche erwartet.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Streit um Migration - Obama und Republikaner vor Showdown
US-Politik
Sie wollten zusammenarbeiten - das hatten Obama und die Republikaner nach der Kongresswahl gesagt. Aber danach sieht es nach Obamas Alleingang bei der Einwandererpolitik nicht mehr aus. Die Republikaner reichten im Zusammenhang mit Obamas Gesundheitsreform Verfassungsklage gegen den Präsidenten ein.
Gewerkschaft: Radikale Islamisten bringen Polizei an Grenzen
Polizei
Hooligans, Neonazis, Rocker, Salafisten: Die Klientel, die der Staat besonders im Blick haben soll, ist stark gewachsen. Nun schlägt die Gewerkschaft der Polizei Alarm: Die Überwachung sei nicht mehr zu schaffen, und die Situation werde mit dem geplanten Personalabbau noch verschärfen.
Warum der Rathaus-Chef von Goslar viele Flüchtlinge will
Zuwanderung
Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk, 38 Jahre alt, CDU-Mann, sorgt mit einer Ankündigung für Furore. Er möchte am liebsten möglichst viele Flüchtlinge in die Stadt locken. Denn Goslar hat immer weniger Einwohner, und Neubürger aus dem Ausland könnten Betriebe und Arbeitsplätze retten.
Grüne für Agrarwende - Gutes Essen soll Wähler mobilisieren
Parteitag
Haben die Grünen endlich ein neues großes Thema gefunden? Mit der Forderung nach einer ökologischen Agrarwende wollen sie Wähler erreichen. Der Bundesparteitag in Hamburg verurteilte am Samstag Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft. Die lebhafte und emotionale Debatte war ein Signal.
Rückschlag für Gröhe im Kampf um Platz im CDU-Präsidium
CDU
Im Dezember will Gesundheitsminister Hermann Gröhe Präsidiumsmitglied der CDU werden. Auf dem Weg dahin muss er zunächst eine Niederlage verdauen. Mit 44 zu 41 Stimmen unterlag Gröhe Staatssekretär Günter Krings bei einer Kampfabstimmung um den Vorsitz des CDU-Bezirks Niederrhein.