Regime in Syrien lässt auf Demonstranten feuern
19.04.2011 | 08:01 Uhr 2011-04-19T08:01:00+0200Homs.Sogenannte Sicherheitskräfte haben in der Nacht zum Dienstag auf Demonstranten in der nordsyrischen Stadt Homs geschossen. Die Polizei habe sie aufgefordert, bis 2.30 Uhr den zentralen Uhrenplatz zu räumen und dann das Feuer eröffnet, sagte ein Menschenrechtsaktivist, der in Kontakt mit den Demonstranten stand.
Laut Informationen des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira sei um 2.15 Uhr geschossen worden. Auch Tränengas sei eingesetzt worden und hätte Menschen verletzt. Einwohner von Homs sagten, sie hätten Geräusche von Maschinengewehren gehört. Es ist nicht möglich, diese Berichte unabhängig zu bestätigen. Seit Beginn der Unruhen können ausländische Medienvertreter nur sehr eingeschränkt aus Syrien berichten.
Tausende hatten am Montag auf einem Trauermarsch für getötete Demonstranten in Homs den Abtritt des Staatschefs Baschar al-Assad gefordert, obwohl dieser am Wochenende eine Lockerung der seit fast einem halben Jahrhundert geltenden Notstandsgesetze angekündigt hatte. Menschenrechtlern zufolge sind seit Beginn der Proteste mehr als 200 Menschen getötet worden.
Nach dem Trauermarsch für getötete Regierungsgegner haben Tausende von Demonstranten den zentralen Platz von Homs besetzt. Sie erklärten, den Platz erst nach dem Rücktritt von Präsident Baschar Assad wieder zu räumen. Der Assad-Clan regiert mit seiner Militär-Clique das arabische Land seit 1963 diktatorisch. Auf Unruhen hat die Regierung immer wieder mit äußerster Gewalt reagiert und in der Vergangenheit auch Panzer und Bomber gegen Demonstranten eingesetzt.

21:14
Das syrische Volk wird, so meine Einschätzung, nicht dem Vorbild Tunesiens, Ägyptens oder Libyens folgen. Denn in den ersten beiden Staaten hat die arabische Revolution die Despoten durchaus verdrängen können, dennoch befinden sich genau diese arabischen Länder weiterhin in einem Machtvakuum, während Libyen längst dem Bürgerkrieg verfallen ist. Das syrische Volk wird in Anbetracht der Lage im benachbarten Irak, im Libanon/ Palästina oder in Nordafrika sich ganz genau überlegen, ob man die Demokratie im Gegensatz zur Diktatur vorzieht, und auf diesem Wege die Sicherheit und politische Stabilität riskiert. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Jasminrevolution eine Chance für den gesamten arabischen Raum darstellt - vor allem dann, wenn der Umbruch in Tunesien klappen sollte: http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/22/tunesiens-zukunft-fouad-mebazaa/.
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