Regierung: Osten wird in zehn Jahren Anschluss finden
10.06.2009 | 14:26 Uhr 2009-06-10T14:26:00+0200
Berlin. Die Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland ist noch immer groß - auch in den Köpfen der Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesregierung in ihrem aktuellen Bericht zur deutschen Einheit. Zumindest in wirtschaftlicher Sicht werde der Osten in zehn Jahren West-Niveau erreicht haben.
Ostdeutschland wird nach Einschätzung der Regierung in zehn Jahren wirtschaftlich Anschluss an den Westen finden. Wenn 2019 der Solidarpakt II auslaufe, dürften sie fast die Leistungsfähigkeit strukturschwacher Flächenländer wie Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz erreichen. Zu dieser Einschätzung kommt die Regierung in ihrem Jahresbericht zur Deutschen Einheit, den der Ost-Beauftragte Wolfgang Tiefensee (SPD) am heutigen Mittwoch dem Bundeskabinett vorstellt.
«Dies wäre ein beachtlicher Erfolg», sagte der Bundesminister der «Berliner Zeitung». Laut dem Bericht ist Ostdeutschland vom Wirtschaftsabschwung weniger betroffen als die alten Bundesländer. Die stärkere Krisenfestigkeit des Ostens sei auf den höheren Anteil kleiner bis mittlerer Unternehmen zurückzuführen, die flexibel reagieren könnten. Außerdem sei die ostdeutsche Wirtschaft unabhängiger vom Export, heißt es laut der Zeitung im Einheitsbericht.
Krise beschleunigt Angleichung
Der Abstand bei der Wirtschaftskraft wird durch die Krise weiter gemindert. Schon in den Vorjahren hat sich die Schere allmählich geschlossen, wie Tiefensee laut «Berliner Zeitung» in seinem Bericht feststellt: Die Pro-Kopf-Produktion im Osten stieg auf 71 Prozent des Westens (2000: 67 Prozent). Auch die Produktivität, die Exportquote und die Kapitalausstattung der Unternehmen haben sich in diesem Zeitraum deutlich angenähert. Bei der Selbstständigenquote wurde schon 2007 sogar Gleichstand zwischen Ost und West erreicht.
Allerdings übt der Bericht Kritik am Zustand der inneren Einheit Deutschlands. «Die gegenseitige Anerkennung der Bürger in Ost- und Westdeutschland ist trotz aller Fortschritte noch immer nicht ausreichend», zitierte die «Thüringer Allgemeine» aus dem Papier. In Ost und West hätten viele Bürger das Gefühl, «dass die Menschen des jeweils anderen Landesteils ihre Leistungen nicht genügend anerkennen».
Ost- und Westdeutsche empfänden sich immer noch gegenseitig als fremd, im Osten gebe es ein Gefühl der Benachteiligung. «Fremdheiten zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu schaffen, bleibt ein wichtiges Ziel im weiteren Prozess der Vereinigung Deutschlands. Vorurteilen muss begegnet, Klischees müssen überwunden werden», zitierte die Zeitung aus dem Bericht. (ap/ddp)

13:46
Es sollten nicht weiter Begriffe wie alte und neue Bundesländer verwendet werden, sondern die Bundesländer und die dazugekommenen Bundesländer.
21:30
Ossi Tiefensee verbreitet Lügen.
Tatsächlich stehen zumindest die beiden südlichen
neuen Länder komfortabler da als die Mehrheit der
alten Länder.
Auch in Anbetracht des Bundshaushalts muß dieser
West-Ost Transver ( noch 155Mrd.) sofort beendet werden.
18:08
MOMENT MAL:
Ich kann nur eines feststellen:
Im Osten ist fast alles neu
Im Westen sieht es in manchen Städten, z.b. im Ruhrgebiet inzwischen so aus wie in der DDR kurz vor der Wende...
Aber, da der Osten ja noch ARM ist, muß noch mehr Geld vom Westen in den Osten gepumpt werden...
Und, nur noch 10 Jahre Soli???
Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen...
Obwohl, bei manchen Politikern frag ich immer mehr, ob die nicht irgendwie verwandt sind mit dem Weihnachtsmann oder demOsterhasen, oder gar dem Pfingstsochsen????
17:50
Mit den paar € , die 39 meint, haben sich aber einige die Taschen vollgestopft. Milliardenweise ist auch erst die DM und dann der € im Sande versickert.
16:41
Wenn man die Kommentare so liest meint man der Osten wäre bloß ein lästiges Anhängsel. Schade dass diese Meinung im Westen immer noch so gegenwärtig ist. Aber ist typisch für unsere Westkapitalisten einen wichtigen Teil deutscher Geschichte und der deutschen Bevölkerung auf ein paar Euros in Form des Soli zu beschränken. Es wird wieder nur das Geld gesehen, aber nicht der Mensch dem mit diesem Geld geholfen wird. Misanthropisches Unsoziales Gesindel hier!
15:53
@ 37 Mein Frust Dir gegenüber hält sich in Grenzen.Du bist wenigstens von der cleveren Sorte.
15:52
@36
Mittlerweile neoliberal durch braun ersetzt? Da scheint wohl die nächste Fruststufe erreicht zu sein. Aber welche Steigerung soll jetzt noch kommen?
15:42
@35 Lesen bildet .Hoffentlich nicht nur Vorurteiole. Du scheinst mir der Cleverste von dem rechten Gesocks zu sein. Zumindest hast Du die Falle gemerkt.
Deine Kameraden von der braunen Front dagegen haben nicht nur patriotische Defizite.
15:30
Ja, so sind unsere (westdeutschen) Linken: Bei jeder Gelegenheit irgenwas von Solidarität (mit dem kleinen Mann) und Umverteilung faseln, dann aber Ost-West-Neiddebatten vom Zaun brechen. Dabei wird das Gejammer immer peinlicher. Aber zum Glück sind diese Lehrbuch-Kommunisten eine relativ kleine Minderheit, wie man ja am Erfolg der Linkspartei am Sonntag sehen konnte.
15:13
@ 33 Endlich mal ein patriotischer Vorschlag von rechts.
Ansonsten kommentieren hier offenbar überwiegend
beschränkte ,patriotische Nestbeschmutzer.