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Regierung äußert sich nicht konkret zu Vorwürfen gegen Brüderle

25.01.2013 | 14:09 Uhr

Die Bundesregierung will sich nicht konkret zu den Sexismus-Vorwürfen gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle äußern. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag, die Debatte um den Artikel betreffe "in keiner Weise die Arbeit der Bundesregierung".

Berlin (dapd). Die Bundesregierung will sich nicht konkret zu den Sexismus-Vorwürfen gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle äußern. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag, die Debatte um den Artikel betreffe "in keiner Weise die Arbeit der Bundesregierung". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) plädiere stets für einen professionellen und respektvollen Umgang miteinander, auch zwischen Politik und Medienvertretern. Dies halte sie auch selbst so. Er fügte hinzu, die Bundesregierung arbeite mit dem FDP-Fraktionsvorsitzenden "gut zusammen".

Eine Sprecherin des Familienministeriums nannte auf Nachfrage Zahlen aus einer Studie von 2004, wonach 58 Prozent der Frauen schon mindestens einmal sexuell belästigt wurden, 42 Prozent davon am Arbeitsplatz. Das Thema sei wichtig und dürfe nicht als Spartenproblem abgetan werden. Die Diskussion darüber müsse geführt werden und sei wichtig, betonte die Sprecherin.

Zum konkreten Vorwurf gegen Brüderle sagte sie, ihr Ministerium verfüge über zu wenige Informationen, um diesen beurteilen zu können.

In einem mehrseitigen Artikel über Brüderle beschreibt die "Stern"-Journalistin Laura Himmelreich eine Situation vor gut einem Jahr, in der sich der Politiker ihr gegenüber anzüglich verhalten haben soll. Der 67-Jährige soll auf ihre Brüste geschaut und gesagt haben: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Zudem soll er ihre Hand genommen, diese geküsst und im Verlauf des Gesprächs gesagt haben: "Politiker verfallen doch alle Journalistinnen." Vor allem in der FDP wurde der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts kritisiert. Brüderle äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

dapd

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