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Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an

13.08.2012 | 19:58 Uhr
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
Wenn Rechtsextreme in der Dortmunder Nordstadt auflaufen, hat die Polizei viel zu tun. Foto: Jakob Studnar

Düsseldorf.   Im ersten Halbjahr 2012 wurden bei der Polizei landesweit 1517 Straftaten erfasst. In 88 Fällen kam es zu körperlicher Gewalt, 55 Männer und drei Frauen wurden festgenommen. Die Grünen fordern eine verstärkte Opferberatung und breitere Vorbeugungsprogramme.

Keine Stadt in NRW ist so oft Zielscheibe rechtsextremer Straftaten wie Dortmund. 131 politisch motivierte Delikte von rechts registrierte das Landeskriminalamt dort im ersten Halbjahr 2012 – darunter Volksverhetzung, Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Landesweit zählte die Polizei 1517 Straftaten durch Rechtsextreme, mehr als im Vergleichszeitraum in 2011 (1465). In 88 Fällen kam es hier zu Gewalt.

„Weitere Straftaten sind zu ­befürchten, wenn Neonazis am 1. September erneut in Dortmund demonstrieren“, warnte Verena Schäffer, die Innenexpertin der Grünen im Landtag. Sie hatte eine Anfrage an das Innenministerium gerichtet.

Schmierereien sind die häufigsten Straftaten

Nach der Antwort rangiert Wuppertal mit 68 rechtsextremen Delikten statistisch hinter Dortmund. Darauf folgen Düsseldorf mit 65 Straftaten vor Essen (52), Köln (49), Aachen (48), Münster (41), Duisburg und Gelsenkirchen (je 38).

Den weit überwiegenden Anteil rechtsextremer Fälle machen mit zwei Dritteln sogenannte Propaganda-Delikte oder auch Hakenkreuz-Schmierereien aus. Dabei drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen. Von Januar bis ­Juni dieses Jahres wurden 58 Tatverdächtige festgenommen, darunter drei Frauen.

Fast 2000 Ermittlungsverfahren eingeleitet

Insgesamt wurden 1953 Ermittlungsverfahren wegen rechtsextremer Straftaten eingeleitet. In 1748 Fällen wurde das Verfahren eingestellt. „Die rechtsextreme Szene tritt in bestimmten Regionen in NRW zunehmend aggressiv und gewaltbereit auf“, bilanzierte Schäffer.

Die Grünen fordern mehr Opfer-Beratungsstellen, wollen mit einem umfassenden Landesprogramm die Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus stärken.

Theo Schumacher



Kommentare
15.08.2012
18:41
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von jberg | #14

Jede dieser 1517 Straftaten ist eine zuviel und sollte mit den zur verfügung stehenden Mitteln verfolgt werden. Da hilft es auch nichts, mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen und sich ansonsten wie die drei Affen zu verhalten.

14.08.2012
23:34
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an ....
von casella | #13

... und zeigen das gerade wieder mal in der französischen Partnerstadt von Dortmund - in Amiens. Dort zünden diese Horden Schulen, Autos und Geschäfte an, plündern und greifen die Polizei massiv an. Das perfide dabei: Die Nazis haben sich "offenkundig" als Migranten geschminkt und kostümiert und treiben so ein besonders hinterhältiges Doppelspiel.

2 Antworten
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von Horsu44 | #13-1

Grandios :-)

Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von Peterchen007 | #13-2

Lieber casella,
fragen Sie doch mal die Dortmunder Bürger, worunter sie mehr zu leiden haben. Unter den Gewalttaten und Plünderungen in Amiens, Frankreich oder unter den 131 rechtsextremen Straftaten in Dortmund im ersten Halbjahr 2012?

14.08.2012
21:40
Dass Kommentatoren, ...
von Woledo | #12

...die Statistiken in Frage stellen oder die ein ganzheitliches Zahlenwerk einfordern, hier immer wieder in die rechte Ecke gestellt oder gar als Nazis bezechnet werden, ist eine bodenlose Frechheit.

Dass Wahrheit nicht immer ausgesprochen werden oder Wahrheit bleiben darf, dass Behauptungen nicht zumindest mal hinterfragt werden dürfen und dass manche Meinungen schlicht und ergreifend nicht gerduldet werden - all dies hatten wir hier in Deutschland doch schon mal... Aber ok... Das ist schon so lange her, dass sich nur die wenigsten Leser und Schreiber daran erinnern werden...

14.08.2012
20:20
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von xxyz | #11

@10:
Gibt es irgendwo wirklich belastbare Statistiken, die dem Bürger eine eigene Einschätzung der Situation erlauben. Die Zahlen passen nicht zusammen.

14.08.2012
20:14
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von xxyz | #10

Wie soll man die Zahlen bewerten? Wie werden die Statistiken erstellt? Gibt es sie öffentlich?
Es kommen immer wieder Zahlen des Landes (hier) der Städte etc. in die Presse. Dann ziehen Politiker Schlussfolgerungen, die von der Presse häufig übernommen werden und die für den Bürger kaum nachvollziehbar sind.

Hier ist ein Auszug aus einem Artikel vom 12.3.2012
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/kriminalitaet-steigt-in-dortmund-dramatisch-an-id6452454.html

"Rechtsextremismus
Wie wichtig eine Sonderkommission gegen Rechtsextremismus ist, die Anfang des Jahres mit etwa fünfzig Beamten ihre Arbeit aufgenommen hat, zeigen die Zahlen. Die Körperverletzungsdelikte begangen durch Täter aus der rechten Szene stiegen von 19 auf 35. Die Zahl der Propagandadelikte (§86/ 86a - Hakenkreuzschmierereien etc.) hat sich von 151 auf 301 verdoppelt.".
=
131 Fälle in Dortmund im 1. Halbjahr im Vergleich zu 336 Im Jahr 2011
50 Beamte SK = 6 Fälle im Jahr pro Beamten der SK bei 300 Fällen

14.08.2012
15:40
Wieso kommen eigentlich
von bigkahuna | #9

so viele Kommentatoren auf das Thema linke Gewalt zu sprechen?
Ach so, um rechte Gewalt zu verharmlosen und zu relativieren .
Ja dann...

1 Antwort
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von Unverkennbar | #9-1

Ich krieg immer nur mit, wer bei den Demos Stress macht.

14.08.2012
11:55
Landesprogramm gegen Rechtsextremismus
von rote.SA | #8

Klientelpolik, um mehr Geld für die rotbraun-grünen Schlägertupps zu bekommen

14.08.2012
11:36
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von fuffzigpfennig | #7

Ich will hier keinesfalls Neonazis in Schutz nehmen, aber genau solche Artikel und Realitätsverzerrungen bringen ihnen den meisten Zulauf.

88 Gewalttaten sind ein Witz im Vergleich zu den allein täglichen Gewalttaten mit deutschenfeindlichem Hintergrund. Auch zu den linken Gewalttaten auf jeder Gegen-Nazi Demo Polizisten gegenüber. Und Hakenkreuzschmierereien stammen schon längst nicht mehr nur von Neonazis, sondern auch von anderen Gruppierungen, die Juden nicht gerade lieb haben oder so ein nichtvorhandenes Nazi-Problem konstruieren. Die Grünen wollen mit solchen Aussagen und ihren Forderungen nur von den Problemen ablenken, die sie selbst geschaffen haben.

14.08.2012
10:49
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von f.densborn | #6

Ich sehe mich durch beide Gruppierungen gefährdet und Vorschub leistet diesem Phänomänen auch eine unreflektierte Berichterstattung in der Presse zum Vergleich
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/weniger-linksmotivierte-straftaten-id6928487.html
sinnigerweise sind es immer noch mehr als von der rechten Blase . Seltsam

3 Antworten
Zahlen linksmotivierter Gewalttaten
von casella | #6-1

Sie sind aber kleinlich und nachtragend, wenn sie alte Berichte mit deutlich höheren Zahlen "echter" Gewaltdelikte der Linken hervorkramen. Und - das ist nicht "seltsam" sondern da steckt schon ein gewisses System der "Anti-Rechts-Propaganda" dahinter. Dumm nur, wenn es so auffällig gemacht wird.

Dumm ist es,
von bigkahuna | #6-2

rechte Gewalt mit Zahlen linker Gewalt zu verharmlosen.

Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von Unverkennbar | #6-3

Ach Fr. Bigkahuna, gibt es jetzt etwa gute und böse Gewalt?

14.08.2012
10:28
Rechtsextremisten wenden zunehmend Gewalt an
von auchdortmunder | #5

Es ist ja mal wieder erschreckend. wie hier einige Kommentatoren rechtsextreme Straftaten verharmlosen.. und sogar mit Vergehen wie "Falsch Parken" gleichsetzen. Das setzt für mich voraus, dass diese Schreiber selbst schon "infiziert" sind von diesem braunen Rotz. Und ich denke "der westen" sollte die Kommentarfuntion für solche Artikel sperren um solchen nicht auch noch ein Forum zu bieten..

1 Antwort
Guten Morgen liebe Sonne ...
von casella | #5-1

Unter vielen Artikeln zum Thema ist die Kommentarfunktion doch schon gesperrt und wenn missliebige Meinung überhand nimmt, werden kritische Kommentare gelöscht oder sogar die ganze Kommentarspalte gelöscht und abgeschaltet. Da kommen Sie mit ihrer äussert "demokratisch" fundierten Anregung leider etwas zu spät .....

Und - wildes Plakatieren - ist - lediglich eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat und der Polizei in Dortmund musste auch erst durch Gerichtsentscheide beigebracht werden, dass Flugblattverteilung nach Artikel 5 des Grundgesetzes Teil der Meinungsfreiheit ist und nicht willkürlich als politische Versammlung gesehen werden kann.

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