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Rechtsextremisten setzen auf kleine Aktionen statt auf Großdemos

07.02.2012 | 09:27 Uhr
Rechtsextremisten setzen auf kleine Aktionen statt auf Großdemos
Die Zahl der Großdemos von Rechtsextremisten ist zurückgegangen - dafür gab es aber mehr kleinere Aktionen.Foto: dapd

Osnabrück.  Weniger Großdemos, dafür zunehmend kleinere Aktionen: Die rechtsextreme Szene in Deutschland bedient sich nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei einer modernen Form der Guerilla-Taktik. Dafür spricht auch die Statistik. Die Zahl der rechten Großdemos ist demnach von 26.200 auf 21.900 gesunken.

Die rechtsextreme Szene gibt anscheinend kleinen Aktionen den Vorzug vor Großveranstaltungen . Zwar sei die Zahl der Teilnehmer an rechtsextremen Demonstrationen 2011 im Vergleich zum Vorjahr von 26.200 auf 21.900 zurückgegangen, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke. Zugleich sei aber die Zahl der Demonstrationen um 69 Prozent auf 142 gestiegen.

Jelpke führte dies auf die Blockade rechtsextremer Demonstrationen durch Gegenveranstaltungen zurück. "Die Neofaschisten weichen vermehrt in kleinere Orte aus, in denen sie ungestört mit martialischen Auftritten die eigene Stärke demonstrieren wollen", sagte die innenpolitische Sprecherin der Linken dem Blatt. "Auch dort gilt es, den Rechtsextremen mit breiten gesellschaftlichen Bündnissen entschieden entgegenzutreten."

Rechte Szene wird unberechenbarer

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach von einer modernen Form der Guerilla-Taktik bei den Rechtsextremen. Die rechte Szene sei in den vergangenen Jahren unberechenbarer geworden, sagte der GdP-Vorsitzende Bernhard Witthaut der Zeitung.

"Weniger Teilnehmer bei den Demonstrationen und ein Anstieg der Gewalt autonomer Nationalisten, das ist in einer Linie zu sehen", sagte Witthaut. Viele Aktionen würden über das Internet organisiert. "Es ist erschreckend, dass Neonazis es mitunter schaffen, in eine Kleinstadt regelrecht einzufallen", sagte er. (dapd)

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