Rechtsextremer Terror erschüttert Sachsen-Anhalt

Tröglitz/Berlin..  Nach dem Brand­anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Tröglitz (Sachsen-Anhalt) sorgen neue Drohungen gegen Kommunalpolitiker für Besorgnis. Der für die Asylbewerber-Unterbringung zuständige Landrat Götz Ulrich (CDU) wurde unter Polizeischutz gestellt, nachdem ihm offenbar Neonazis in anonymen Mails mit Enthauptung drohten. Auch der zurückgetretene Tröglitzer Bürgermeister Markus Nierth berichtete über neue Drohungen. In der Nacht zu Samstag hatten bislang unbekannte Täter ein Wohnhaus angezündet, in dem Asyl­bewerber untergebracht werden sollten. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter nannte es „unfassbar, dass ein Landrat vor dem braunen Mob geschützt ­werden muss, weil er Schutzsuchenden Hilfe anbietet und jetzt bedroht wird.“ Er forderte den Bund auf, den Kampf gegen Rechts zu verstärken und dafür mehr Mittel bereitzustellen. „Allein mit einem Verbot der NPD ist menschenverachtendes, rassistisches Denken nicht aus den Köpfen herauszubekommen“, sagte er der WAZ. SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel sagte: „Alle Demokraten müssen jetzt geschlossen Flagge zeigen, damit die braune Saat nicht weiter aufgeht.“ Die Hetze der NPD und Anderer bereite dafür den Boden.