Politik
Rechtsextreme Vereine verboten
07.05.2008 | 19:00 Uhr 2008-05-07T19:00:00+0200SICHERHEIT. Bundesinnenminister Schäuble: "Collegium Humanum" war ein Zentrum der Holocaust-Leugner. Zwei Vereine aus Ostwestfalen galten als eng vernetzt.
VLOTHO/BERLIN. Mit dem Verbot zweier rechtsextremer Vereine in Ostwestfalen ist Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) gestern gegen organisierte Holocaust-Leugner vorgegangen. Das "Collegium Humanum" (CH) in Vlotho galt seit vielen Jahren als ein bundesweites Schulungszentrum sich intellektuell gebender Rechtsaußen-Zirkel, die den Völkermord der Nazis an den Juden abstreiten.
Als Veranstalter von Rechtsextremisten-Treffen in Vlotho trat auch der nunmehr ebenfalls verbotene "Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten" (VRBHV) auf. Ideologisch und personell waren beide Organisationen eng vernetzt.
Von NS-Funktionären gegründet
Das "Collegium Humanum" wurde 1963 von dem 1999 gestorbenen NS-Funktionär Werner Georg Haverbeck gegründet. Das Vlothoer Neonazi-Seminarhaus des Vereins wurde laut NRW-Verfassungsschutz jahrzehntelang von Rechtsextremen unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung genutzt. Nach dem Tod des Vereinsgründers trat dessen Witwe Ursula Haverbeck-Wetzel zunehmend als Veranstalterin und Referentin auf - gemeinsam mit dem Holocaust-Leugner Horst Mahler. Laut Bundesregierung bot das von Haverbeck-Wetzel geleitete CH für die revisionistische Szene "organisatorische und ideologische Unterstützung", wie aus der Antwort auf eine Grünen-Anfrage vom Mai 2007 hervorgeht.
Auch die Justiz befasste sich mehrfach mit der revisionistischen und antisemitischen Propaganda des CH. So wurden Haverbeck-Wetzel und der Schriftleiter der Vereinszeitschrift "Lebensschutzinformationen (LSI) - Stimme des Gewissens" 2004 als Holocaust-Leugner zu Geldstrafen verurteilt, wie die Regierung im März 2007 auf Anfrage der Linkenfraktion mitteilte. Auch nahmen laut der Regierungsantwort auf die Grünen-Anfrage einzelne deutsche Autoren von LSI-Beiträgen an der Holocaust-Konferenz vom Dezember 2006 in Irans Hauptstadt Teheran teil.
Für Schlagzeilen sorgte das CH einmal mehr Ende vergangenen Jahres: Die "Tagesschau" berichtete damals, die verfassungsfeindliche Organisation besitze den Status eines gemeinnützigen Vereins. Der ebenfalls in der Liegenschaft in Vlotho angesiedelte VRBHV wurde laut NRW-Verfassungsschutz auf Initiative von Mahler am 9. November 2003 gegründet - "wohl nicht zufällig am Jahrestag der Reichspogromnacht", wie es seinerzeit im Verfassungsschutzbericht hieß.
Referent bei der Teheraner Holocaust-Konferenz
Zum Vorsitzenden wurde damals der Schweizer Revisionist Bernhard Schaub gewählt, der laut Bundesregierung bei der Teheraner Holocaust-Konferenz als Funktionär auftrat. Stellvertretende VRBHV-Vorsitzende wurde Haverbeck-Wetzel. Als Mitbegründer des Vereins wurden nach Angaben des Geheimdienstes zudem Holocaust-Leugner aus dem In- und Ausland benannt, darunter Ernst Zündel, Robert Faurisson, Jürgen Graf und Germar Rudolf. (afp)

12:53
ergaenzend zu #5 - und wo bliebe wohl die Meinungsfreiheit, wenn die braunen Zecken, die jetzt scheinheilig geifern und zetern, das Sagen haetten ???
12:48
Meinungsfreiheit dient zur Verbreitung freiheitlich-demokratischer Grundsätze und Gedanken, und nicht, wie von diesen braunen Organisationen erprobt, zur Verbreitung von Lügen und Hetze, zur Verunglimpfung und Bedrohung Andersdenkender.
Wir haben auf dem Boden des Grundgesetzes eine funktionierende Demokratie und brauchen diese Vereine mit ihrem unsäglichen Dreck nicht, also weg damit ...
12:29
Es muss natürlich... teilen die Ansichten.nicht.... heißen
12:28
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12:25
Meinungsfreiheit ist schon eine unangenehme Einrichtung, wenn sie von den Falschen benutzt wird.
Wir teilen die Ansichten vom Collegium nicht, aber Vereinsverbote sind immer Zeichen einer undemokratischen, totalitären Gesinnung.
11:04
Normalerweise muessten ca. 50 weitere Organisationen des Braunen Drecks einschl. NPD und Republikaner in die Ecke gefegt werden.