Raschere Hilfen für arme Familien gefordert
27.08.2007 | 00:47 Uhr 2007-08-27T00:47:58+0200SOZIALES. Kinderschutzbund warnt große Koalition vor Verschiebung von geplanten Zuschlägen.
BERLIN. Angesichts der wachsenden Kinderarmut in Deutschland verlangt der Deutsche Kinderschutzbund rasche Hilfen für Familien, die von Hartz IV oder geringen Einkünften leben müssen. Nach Berechnungen des Kinderschutzbundes leben 2,6 Millionen Kinder in Deutschland in Armut.
Kürzlich hatte die Bundesregierung mitgeteilt, dass 1,93 Millionen Kinder in Familien leben, die von Hartz IV leben. Der Kinderschutzbund beklagte, dass die Zahl der Jungen und Mädchen in Armut trotz der guten Konjunktur im Vergleich zum Vorjahr um 100 000 gestiegen sei.
Es sei ein Skandal, dass die Regierung schon für 2006 Hilfe versprochen habe, sie aber wahrscheinlich noch nicht einmal 2008 verwirklichen werde, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers gestern in Berlin. Nur wenn schnell gehandelt werde, "kriegen wir das Problem in den Griff", sagte Hilgers. Anderenfalls werde eine neue Generation von Hilfeempfängern herangezogen.
Kinderschutzpräsident Hilgers erinnerte daran, dass die große Koalition schon für 2006 einen Ausbau des Kinderzuschlags versprochen habe. Nun würden erneut "Eckwerte" für die Reform versprochen, was nicht auf eine Umsetzung bis 2008 schließen lasse. "Ich sage, das ist ein Skandal", sagte er.
Der Kinderschutzbund fordert, für das erste und zweite Kind in armen Familien je 175 Euro Zuschlag zum Kindergeld zu zahlen, ab dem dritten Kind dann 225 Euro. (NRZ)

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