Das aktuelle Wetter NRW 2°C
Politik

Pussy-Riot-Anwälte legen Berufung gegen Lagerhaft ein

27.08.2012 | 19:00 Uhr
Foto: /AP/Misha Japaridze

Pussy Riot wehrt sich gegen die Verurteilung von drei Aktivistinnen: Die Verteidigung der zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilten regierungskritischen Mitglieder der russischen Punkband hat am Montag Berufung gegen das Urteil eingelegt. Der Antrag sei an das zuständige Moskauer Chamowniki-Gericht übermittelt worden, sagte Anwältin Violetta Wolkowa.

Moskau (dapd). Pussy Riot wehrt sich gegen die Verurteilung von drei Aktivistinnen: Die Verteidigung der zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilten regierungskritischen Mitglieder der russischen Punkband hat am Montag Berufung gegen das Urteil eingelegt. Der Antrag sei an das zuständige Moskauer Chamowniki-Gericht übermittelt worden, sagte Anwältin Violetta Wolkowa. Die Vollstreckung des Urteils ist damit laut russischer Gesetzeslage vorerst ausgesetzt.

Sie hätten schnell gehandelt und die Berufungsklage zunächst nur kurz begründet, sagte Anwalt Nikolaj Polosow der Nachrichtenagentur Rapsi. Ein Nachtrag werde dem Gericht später übermittelt, sagte er. Eine Sprecherin des Chamowniki-Gerichts bestätigte den Eingang der Klage. Ein Datum für eine Verhandlung werde jedoch erst nach einer eingehenden Prüfung bekannt gegeben, sagte sie.

Die drei Aktivistinnen waren am 17. August nach rund fünf Monaten in Untersuchungshaft wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt worden. Sie hatten im Februar mit bunten Häkelmasken auf den Köpfen - ihrem Markenzeichen - in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein sogenanntes Punk-Gebet aufgeführt und die Gottesmutter angerufen, Präsident Wladimir Putin zu "verjagen". Ein Video der Aktion fand im Internet eine riesige Resonanz. Das Urteil hatte über die Landesgrenzen hinaus scharfe Kritik an der russischen Justiz und an der Amtsführung Putins hervorgerufen.

An der Protestaktion im Februar hatten sich insgesamt fünf Frauen beteiligt, nur drei wurden jedoch festgenommen und verurteilt. In der vergangenen Woche hatte die russische Polizei eine Fahndung nach weiteren Mitgliedern von Pussy Riot eingeleitet. Am Sonntag teilte die Band auf ihrem mutmaßlichen Twitter-Konto mit, dass zwei Aktivistinnen ins Ausland geflohen seien, um sich vor der Verfolgung durch die Justiz zu schützen und um "ausländische Feministinnen" für neue Protestaktionen zu rekrutieren.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Ernährungsberater sagen, im Schulessen sei zu viel Fleisch. Stimmt das?
 
Aus dem Ressort
Wegen Mindestlohn wird Taxifahren um 25 Prozent teurer
Taxi
Taxifahrer profitieren als eine der ersten Berufsgruppen vom Mindestlohnanstieg auf 8,50 Euro. Das lässt allerdings auch die Preise für die Kunden steigen – durchschnittlich um 25 Prozent. Befürchtet wird der Verlust von Fahrerjobs und das Ausdünnen des Taxiangebotes.
Papst sorgt sich um Europas Seele
EU-Parlament
Bei einer Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg hat Papst Franziskus den Abgeordneten am Dienstag ins Gewissen geredet. Mit deutlichen Worten forderte das Oberhaupt der katholischen Kirche, dass Europa "seine gute Seele wiederentdeckt".
Kauder poltert gegen Schwesig: "Nicht so weinerlich sein"
Frauenquote
Im Streit um die Frauenquote ist Unionsfraktionschef Volker Kauder mit Manuela Schwesig hart ins Gericht gegangen: "Die Frau Familienministerin soll nicht so weinerlich sein." SPD-Chef Gabriel stänkerte zurück: "Wenn Männer das als nervig empfinden, zeigt das eher, dass Männer ein Problem haben."
Hagener SPD-Mitgliedern droht nach Wahlkampf der Rauswurf
OB-Wahl
Der SPD-Unterbezirksvorstand Hagen hat Ordnungsverfahren gegen zwei SPD-Mitglieder eingeleitet. Der Vorwurf: Klaus Kaiser und Andreas Baumann sollen Wahlkampf für OB Erik O. Schulz gemacht haben, der kurz zuvor die SPD verlassen hatte. Baumann ist immerhin Ortsvereinsvorsitzender.
Stadt Herne erhält weitere Millionen aus NRW-Anleihe
Rathaus
Die klamme Stadt Herne setzt beim Schulden machen noch stärker auf die kommunale NRW-Gemeinschaftsanleihe und erhält weitere acht Millionen Euro. Der Zinssatz ist gegenüber dem alten Paket deutlich gesunken. Kämmerer Hans Werner Klee nennt die Anleihe ein "Erfolgsmodell".