Psycho-Kurs für Krawallvereine

An Rhein und Ruhr..  Um die Gewalt auf den Fußballplätzen der Region einzudämmen, arbeitet der Fußballverband Niederrhein (FVN) derzeit an einem Regelwerk, das härtere Strafen für Krawallvereine vorsieht. Es soll zur kommenden Saison im Sommer in Kraft treten. „Vereine können von der Spruchkammer zu Kursen mit einem Psychologen verpflichtet werden“, sagt Frank Adams, Vorsitzender des FVN-Kreises 9, zu dem Dinslaken, Duisburg und Mülheim gehören.

Das neue Konzept ziele vor allem auf Wiederholungstäter: „Wenn Vereine dreimal auffällig geworden sind, werden sie zunächst vom Kreisvorstand zum Gespräch vorgeladen.“ Erst danach ginge es zum Psychologen – abhängig von der Brutalität des Einzelfalls. Solch ein Zwangskurs dauere vier Tage und koste den Verein 120 Euro, sagt Adams in Gespräch mit der NRZ. Verbandspräsident Peter Frymuth habe dem Konzept bereits zugestimmt.

An dem neuen Konzept wurde nicht nur der Verbandsvorstand beteiligt, sondern auch die Konfliktberater der Kreise – früher Fußballlotsen genannt – sowie die Schiedsrichter. „Wir arbeiten an einem Handbuch, nach dem alle 14 Kreise arbeiten können“, sagt Adams. Seit einem halben Jahr hätten die Konfliktbeauftragten bereits intensiv die Probleme besprochen und nach Lösungen gesucht.

Doch bis das Papier von allen Beteiligten unterzeichnet ist, werde es wohl noch einige Wochen dauern, sagt Wolfgang Jades vom FVN-Präsidium: „Die einzelnen Gremien müssen darüber noch abstimmen, es dauert möglicherweise bis zum Sommer.“ Jades selbst will noch keine konkreten Details des Regelwerks nennen. Fest steht aber: „Es betrifft Junioren- wie Seniorenmannschaften, Männer und Frauen.“

Dieser neue Maßnahmenkatalog soll allerdings über psychologische Kurse hinaus gehen, betont Frank Adams. Die Spruchkammern sollen befähigt werden, Vereine härter als bislang für Gewaltausbrüche zu bestrafen. „Die Tendenz geht dann dahin, dass die Spruchkammer sagt: Ihr seid der erste Absteiger.“ Außerdem könnten gewalttätige Mannschaften komplett gesperrt werden.

Zu diesen Maßnahmen ist es gekommen, weil es in den vergangenen Monaten immer wieder brutale Ausschreitungen im Amateurfußball gab: Pöbeleien, Schlägereien und Attacken auf Schiedsrichter.