Prügelvorwürfe gegen Sensburg dürften CDU-Parteifreunden kaum gefallen

Meschede..  Als einer, der die Beherrschung verliert, ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg nicht bekannt. Er gilt eher als Analytiker, dazu korrekt wie es von einem Reserveoffizier der Bundeswehr erwartet wird. In seiner Wohnung in Berlin muss es jetzt an einem Abend im Dezember allerdings ganz anders zugegangen sein. Sensburg soll seine Ex-Freundin verprügelt haben. Sie hat ihn angezeigt.

Seit er den Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Affäre um die Spionagetätigkeit des amerikanischen Geheimdienstes NSA leitet, ist der 43-Jährige keine unbekannte Nummer mehr im politischen Berlin. In der CDU wird Sensburg seitdem als Anwärter für höhere Aufgaben gehandelt. Die Prügel-Vorwürfe dürften seinen Parteifreunden allerdings kaum gefallen.

Es ist der Vormittag des 15. Dezember: Patrick Sensburg und seine damalige Freundin geraten in seiner Wohnung in Berlin aneinander. Er kennt die Projektmanagerin seit drei Monaten. Was im Laufe des Streits genau geschieht, darüber gehen die Schilderungen auseinander.

Laut „Bild am Sonntag“ erklärt die Frau, der Abgeordnete sei nach einer verbalen Auseinandersetzung ausgerastet. Er habe sie geschlagen, gewürgt, gegen eine Wand und auf den Boden geworfen und schließlich aus der Wohnung befördert. Die Frau sucht nach dem Vorfall die Polizei in Berlin-Mitte auf, erstattet Strafanzeige gegen Sensburg und lässt sich ärztlich untersuchen, um ihre Verletzungen zu dokumentieren. Sensburg räumt ein, seine Ex-Freundin „an den Armen gepackt und aus der Wohnung geschmissen“ zu haben. Sie habe sich gewehrt, aber er habe sie weder geschlagen, noch gewürgt. Er habe das Gespräch mit ihr beenden wollen, „weil es keinen Sinn machte“, so Sensburg weiter.

Die Anzeige lag bereits bei der Staatsanwaltschaft, als die Vorwürfe öffentlich wurden. Im nächsten Schritt hätte möglicherweise über die Aufhebung der Immunität beraten werden müssen. Doch die Frau soll ihre Anzeige laut Sensburg zurückgezogen haben – „weil sie mir nicht schaden möchte“.