Protest gegen Spaniens Staatssender

Madrid..  Die Redaktionen des öffentlichen spanischen Fernsehens rufen um Hilfe: Die Journalisten beklagen die „regierungsfreundliche Manipulation“ der Nachrichtenprogramme des staatlichen Senders TVE und bitten das EU-Parlament um Unterstützung. Das einst renommierte Rundfunkhaus habe sich in ein „Propaganda-Instrument im Dienst der Regierung“ verwandelt.

Die TVE-Chefetagen seien in den letzten Jahren systematisch „gesäubert“ und mit Günstlingen der konservativen Regierung besetzt worden. Moderatoren und Redakteure seien reihenweise in die Wüste geschickt worden, weil sie nicht auf der richtigen Linie waren.

1500 Sendermitarbeiter haben eine Resolution unterschrieben, die sie dem spanischen Parlament übergaben. Und in der sie feststellten, dass „Manipulationen und Zensur die Glaubwürdigkeit des TVE zerstört haben“. Harte Kritik über mangelnde Meinungsfreiheit, die an dunkle Zeiten der Franco-Diktatur erinnert.

Das Publikum wendet sich angesichts dieses Sittenverfalls ab. Das TVE, jahrzehntelang der beliebteste Sender des Königreiches, muss sich inzwischen mit einem mickrigen Marktanteil von knapp zehn Prozent zufriedengeben. Der Senderhaushalt wird nicht, wie in Deutschland, mit Rundfunkgebühren finanziert, sondern vom Staat gespeist.