Präsident darf Südafrika nicht verlassen

Johannesburg..  Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte sudanesische Präsident Omar Hassan al-Baschir darf Südafrika vorerst nicht verlassen. Das verfügte ein Gericht in Pretoria gestern, wie die Anwältin einer südafrikanischen Menschenrechtsvereinigung sagte.

Richter Hans Fabricius erklärte, Al-Baschir dürfe das Land nicht verlassen, bis das Gericht über seine Festnahme befinde. Die Staatsanwaltschaft hatte um mehr Zeit gebeten, um sich auf die Anhörung vorzubereiten. Bis zu einer Entscheidung seien alle staatlichen Institutionen verpflichtet, Al-Baschir am Verlassen des Landes zu hindern, sagte Anwältin Caroline James. Am Sonntagnachmittag vertagte das Gericht dann die endgültige Entscheidung. Erst am Montag wird die Verhandlung fortgesetzt.

Der sudanesische Präsident ist wegen eines Gipfeltreffens der Afrikanischen Union in Johannesburg. Zunächst wurde seine Teilnahme nicht offiziell bestätigt, er war jedoch am Sonntagnachmittag auf dem sogenannten Familienfoto der Staats- und Regierungschefs zu sehen.

Das Weltstrafgericht in Den Haag hat zwei internationale Haftbefehle gegen Al-Baschir erlassen wegen des Verdachts auf Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der westlichen Bürgerkriegsprovinz Darfur. Nach dem Grundlagenvertrag des Gerichts sind alle Vertragsstaaten zur Zusammenarbeit mit dem Gericht verpflichtet.