Präsident Chávez feiert überraschend klaren Sieg
08.10.2012 | 18:16 Uhr 2012-10-08T18:16:00+0200
Caracas. Seit 14 Jahren steht der Sozialist nun schon an der Spitze seines Landes. Jetzt wurde er mit 54 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, kann sechs weitere Jahre regieren. Die Probleme des Landes sind enorm, ob er, der an Krebs erkrankt ist, sie bewältigt, ist offen.
Man hat ein bisschen das Gefühl, als habe sich Hugo Chávez selbst über das Ergebnis bei der Präsidentenwahl gewundert. Gott möge ihm „Gesundheit und Leben“ geben, sagte der an Krebs erkrankte venezolanische Präsident. Satte 54 Prozent für ihn sind ein überraschend deutlicher Wählerauftrag. Sein Herausforderer Henrique Capriles (40) gestand die Niederlage ein.
14 Jahre an der Macht hat der Sozialist Chávez hinter sich. Sechs weitere hat er nun noch vor sich, sollte er gesund bleiben. 20 Jahre würde der Linksnationalist dann die Regierung führen. Eine Generation Venezolaner kennt dann nur ihn als Präsidenten.
Das Ergebnis ist in seiner Deutlichkeit überraschend, hatten Wahlforscher doch so etwas wie Wechselstimmung in dem südamerikanischen Land ausgemacht. Aber es ist dem Präsidenten gelungen, seine Anhänger an die Urnen zu bringen. Acht Millionen Venezolaner erhalten in der einen oder anderen Form staatliche Leistungen über Sozialprogramme. Die Menschen waren offenbar überzeugt, dass nur der Amtsinhaber das Fortbestehen der milden Gaben garantiert. Rund 80 Prozent der Wahlberechtigten stimmten ab.
Gespaltenes Land
Was kommt nun? Chávez will die „Vertiefung der Revolution“ mit hohem Tempo vorantreiben, wird den Umbau des Landes zu einem sozialistischen Staat intensivieren, weitere Teile der Wirtschaft verstaatlichen und sein personalisiertes Machtprojekt umsetzen. Er wird weiter mit Dekreten regieren und die Gewaltenteilung – wo sie noch existiert – aufheben. „Chávez – Herz des Vaterlands“, lautete sein Slogan im Wahlkampf. Ohne ihn stirbt Venezuela, ist die Botschaft. Er glaubt das wirklich.
Was ist zu tun? Kein anderes Land in Südamerika ist politisch und gesellschaftlich so gespalten wie Venezuela. Anhänger von Opposition und Regierung verachten sich zutiefst. Chávez muss versuchen, das Land zu einen. Es ist zu bezweifeln, dass er das kann.
19 000 Mordfälle im Jahr
Chávez wird gezwungen sein, das Problem der Kriminalität anzugehen. 19 000 Morde in einem Jahr sind ein weltweit trauriger Rekord. Doch der Präsident hat das Thema erst negiert, dann den Kapitalismus für die hohe Kriminalität verantwortlich gemacht. Lösungsansätze hat er bisher nicht vorgestellt.
Die hohe Inflation ist ein weiteres Thema, das auf seiner Agenda ganz oben steht. Chávez muss zudem den staatlichen Ölkonzern PDVSA wieder rentabel machen. Venezuela sitzt auf den größten Ölreserven der Welt, aber das Unternehmen, das diesen Reichtum fördert und Chávez die Einkünfte garantiert, wurde über die Jahre konsequent abgewirtschaftet.

06:37
Das in Südamerika am stärksten gespaltene Land?
Wenn breite Bevölkerungsschichten an den Gewinnen der Ölindustrie teilhaben, sollen dies „milde Gaben“ sein?
Welche Anschauung verbirgt sich hinter dieser Aussage?
Hält er Gesundheitsversorgung und -vorsorge, wie auch schulische Ausbildung und ausreichende Ernährung als solche, dann sollte er sich offen dazu bekennen.
In welche Händen hätte denn Autor Klaus Ehringfeld das Geld gern gesehen, oder schweben ihm etwa Investitionen vor?
Dann sollte er mal vorstellen, in welche Projekte dies Geschehen sollte, dies klingt bei ihm lediglich hinsichtlich der Ölindustrie an. Wen aber sollen die Venezuelaner dafür ins Boot holen, die Chinesen, die Briten oder vielleicht die USA, besser gefragt die Multis aus welchen Ländern?
Und warum spricht der Autor nicht an, dass es den US-Politik ein Dorn im Auge ist und war, als verschwenderischten Gesellschaft der Welt in Sachen Energie von Venezuela abhängig zu sein, aber es nicht kontrollieren zu können?