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Unfälle

Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen

13.08.2012 | 12:10 Uhr
Ein leichter Unfall mit zwei PKW: In solchen Fällen wollen die Polizisten auch weiterhin ausrücken.Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool

Münster/Duisburg.  Soll die Polizei zu jedem Unfall ausrücken - selbst wenn es nur um einen Blechschaden geht? Vertreter der Polizeigewerkschaft meinen: ja. Bei Unfällen könnten Polizisten häufig andere Verkehrsvergehen ermitteln. Und die Polizei am Unfallort erhöht indirekt die allgemeine Sicherheit.

Die Vertreter der deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) sind sich einig: Unfälle aufzunehmen, muss Aufgabe der Polizei bleiben. Im Umfeld von Unfällen könnten häufig Verkehrsvergehen ermittelt werden, argumentiert Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der DPolG. Münsters Polizeichef Hubert Wimber hatte am Montag in der WAZ gefordert, die Polizei sollte ihren Aufgabenkatalog kürzen.

30 Prozent des Personals im Wach- und Wechseldienst könnten sich anderen Aufgaben widmen, wenn die Polizei sich künftig nicht mehr um Blechschäden kümmere, hatte Wimber ausgeführt. Diese Rechnung werde nicht aufgehen, fürchten Vertreter der DPolG.

Erfassen von Unfällen führt zu mehr Sicherheit im Verkehr

Sicherheit
Bei Blechschäden will die Polizei nicht mehr ausrücken

Künftig sollen die Aufgaben der Polizei anders verteilt werden. So sollen bei Bagatellunfällen keine Polizisten mehr ausrücken. Dies fordert Münsters Polizeichef. Man müsse den Aufwand mehr in die Richtung neuer Formen von Kriminalität lenken.

"Eine Aufgabenreduzierung führt in der Regel auch zu einer Personaleinsparung", erklärt der DPolG-Landeschef Erich Rettinghaus. Entscheidend für Polizisten ist das Argument, dass sie mit jedem Aufnehmen eines Unfalls auch Gefahren, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten ermitteln können.

Oft gehen mit Unfällen strafbare Handlungen einher: Trunkenheit am Steuer, Fahren unter Drogeneinfluss oder ohne Führerschein. "Das kann aber nur ein Polizist feststellen und ahnden", sagt Rainer Wendt. "Unfälle müssen darüber hinaus statistisch erfasst werden, um zum Beispiel häufige Unfallursachen und örtliche Schwerpunkte benennen zu können." Das erhöhe mittelfristig betrachtet die allgemeine Verkehrssicherheit.

Polizisten am Unfallort sind "Freund und Helfer"

Polizei in Blau

Nicht zuletzt habe es eine friedensstiftende Wirkung, wenn Polizisten am Unfallort erscheinen. "Unsere Kolleginnen und Kollegen schaffen es häufig, dass die beteiligten Parteien sich schnell und gütlich einigen", sagt Erich Rettinghaus. Zudem nähmen Bürger die Polizei in der Ausnahmesituation eines Unfalls als "Freund und Helfer" wahr. "Das trägt enorm zu einem guten Ansehen der Polizei bei."

Paula Konersmann



Kommentare
13.08.2012
16:37
Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen
von ArschlochHoch3 | #9

[SPAM]

13.08.2012
14:32
Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen
von N-Knatterton | #8

Und wieder geht der Versuch einer Führungsperson, sich in den Medien zu profilieren, voll in die Hose! Hier offenbart der Polizeipräsident, dass er gelegentlich (oder öfter?) nur dazu in der Lage ist, oberflächlich zu betrachten und nicht, wie es in seiner Stellung erforderlich wäre, Probleme in ihrer Komplexität zu beurteilen. Irgendwie erinnert er mich in seiner einseitigen Denkensweise an den gestern erkorenen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft der Republikaner in den USA, Ryan. Nur dass dieser den Rasenmäher an alle sozialen Programme ansetzen will und nicht, wie Hr. Wimber an Errungenschaften wie Verfolgung von Verkehrsvergehen und Straftaten, wie auch Sicherung von Spuren zur Klärung von Haftungsansprüchen nach Verkehrsunfällen.

13.08.2012
14:04
Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen
von zensek1 | #7

Richtig so.
Vor allem wenn man Unfälle mit anderssprachigen Zeitgenossen hat.Wo die "Brüder" eher am Unfallort sind als die Polizei. Aber besser spät als nie.
Ich könnte ihnen Sachen erzählen die glaubt kein Mensch. Würden aber der Zensur zum Opfer fallen.Vielleicht auch besser so.
Wünsche allen weiterhin eine gute Fahrt.

13.08.2012
14:04
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.08.2012
13:59
Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen
von VitoCornelius | #5

#2 - Und wer prüft den Innenminister auf seine Befähigung für das Amt? Es gibt durchaus Chefs, die Ihr Handwerk verstehen. Es gibt aber auch durchaus Kommentatoren, die keine Ahnung aber eine Meinung haben.
Typische Antwort im ehemaligen Vollkasko-Staate. Noch nicht gemerkt, wo der Hase seit einiger Zeit hin läuft?

13.08.2012
13:30
Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen
von Reiner.Schwesterle.Hicks | #4

WAZ, was denn nun? Entscheidet euch mal ...

13.08.2012
13:29
Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen
von Huetchenaufsteller | #3

Dann sind ja offensichtlich ausreichende Ressourcen vorhanden und man kann uns zukünftig das Gejammer ersparen.

13.08.2012
12:59
Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen
von ruhry | #2

Es ist halt wie in den meisten Branchen. wenn der "Chef" sich schonmal zu Wort meldet kommt meist nichts Gescheites dabei heraus. Warum sollte der Polizeipräsi von MS da die Ausnahme bilden? Vielleicht sollte der Innenminister als Nächstes "die Befähigung für das Amt prüfen" und ggf. den Mann den Polizei-Grundlehrgang wiederholen lassen - wenn er ihn denn jemals besucht hat.

13.08.2012
12:39
Polizisten wollen weiterhin auch Blechschäden aufnehmen
von DerNachdenker | #1

Habs ja gesagt, die Meldung war reine PR und Lobby-Arbeit.

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