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Kriminalität

Polizei warnt vor Eskalation in der rechten Szene

29.08.2009 | 10:49 Uhr
Polizei warnt vor Eskalation in der rechten Szene

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei warnt vor der zunehmenden Gewaltbereitschaft bei Neonazis. Es dränge sich der Eindruck auf, dass rechtsextremistische Kräfte sich Anregungen aus dem Umfeld anderer hoch gewaltbereiter und terroristischer Gruppierungen holten.

Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Bombenbauers hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor einer Eskalation der Gewalt in der rechtsextremistischen Szene gewarnt. Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg erklärte am Freitag in Berlin, es dränge sich der Eindruck auf, dass rechtsextremistische Kräfte sich Anregungen aus dem Umfeld anderer hoch gewaltbereiter und terroristischer Gruppierungen holten. Ähnlichkeiten zum Fall der Sauerland-Bomber seien offensichtlich. Auch hier seien Chemikalien, die zum Bau von Sprengmitteln geeignet sind, über verschiedene Wege beschafft worden.

Konrad Freiberg, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei GdP. Foto: ap

Freiberg zeigte sich verwundert darüber, dass der festgenommene mutmaßliche Rechtsextremist aus Weil am Rhein als Mitglied eines Schützenvereins eine legal erworbene Schusswaffe in seinem Besitz hatte. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein bekanntermaßen rechtsextremistisch orientierter Mensch die erforderliche Zuverlässigkeit zum Besitz von Waffen hat.»

Der 22-Jährige sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Er hatte zu Hause zum Bombenbau geeignete Chemikalien gehortet und möglicherweise einen Anschlag geplant. Der Mann war laut Polizei Mitglied der «Jungen Nationaldemokraten», der Jugendorganisation der rechtsextremistischen NPD.

Seit Monaten Chemikalien in größerer Menge gehortet

Konkrete Pläne für einen Anschlag seien nicht gefunden worden. Der 22-Jährige habe sich seit Monaten in größerer Menge Chemikalien beschafft. Er sei offensichtlich aktiv damit beschäftigt gewesen, Sprengstoff herzustellen. Die Polizei kam dem Mann durch eine anonyme Anzeige auf die Spur. Bei einer Durchsuchung am Mittwoch seien verschiedene Laborgegenstände und selbstgebastelte Gerätschaften gefunden worden. Zündschnüre, elektrische Bauteile zur Durchführung von Fernzündungen, Bauteile zum Herstellen von Rohrbomben und Fachliteratur zum Thema Sprengstoff deuteten ebenfalls darauf hin, dass der Mann mit der Herstellung von Sprengstoff beschäftigt gewesen sei. (ap)

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