Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Neonazis

Polizei nimmt mehr als 100 Menschen bei Neonazi-Demo in Gewahrsam

07.10.2012 | 11:38 Uhr
Polizei nimmt mehr als 100 Menschen bei Neonazi-Demo in Gewahrsam
Bei Protesten gegen einen Aufzug von Neonazis sind im baden-württembergischen Göppingen 101 Aktivisten aus dem linken Spektrum von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.

Göppingen.  Bei Ausschreitungen von linksautonomen Gegnern eines Neonazis-Aufmarsches sind am Samstag im baden-württembergischen Göppingen 28 Beamte verletzt worden. Die Polizei nahm 101 Aktivisten aus dem linken Lager in Gewahrsam, wie die Polizei am Wochenende mitteilte. 45 Straftaten wurden angezeigt.

Am Rande eines Neonazi-Aufmarsches in Göppingen in Baden-Württemberg ist es am Samstag zu gewaltsamen Ausschreitungen von Gegendemonstranten gekommen. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 101 Demonstranten aus dem linken Spektrum in Gewahrsam. Rund 1500 Polizeibeamte seien im Einsatz gewesen, 28 von ihnen seien verletzt worden.

Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Göppingens Polizeichef Martin Feigl sprach von „linksextremen Gewalttätern“, die „die direkte Konfrontation mit der Polizei“ gesucht hätten. Registriert worden seien Verstöße gegen das Waffengesetz, Beleidigungen und Widerstand gegen Polizeibeamte. Es seien 45 Straftaten angezeigt worden.

Am Nachmittag marschierten nach Polizeiangaben rund 150 sogenannte nationale Sozialisten durch die Stand am Rand des Schwäbischen Alb. Die Stadt Göppingen hatte versucht, den Rechtsextremen-Aufmarsch gerichtlich verbieten zu lassen, war damit aber gescheitert. Ein direktes Aufeinandertreffen der linken und rechten Demonstranten konnte die Polizei verhindern. Größere Sachschäden in der Innenstadt gab es nicht.

Die meisten der 2000 Gegendemonstranten blieben friedlich

Die Sicherheitskräfte schätzten die Zahl der Gegendemonstranten auf 2000. Die meisten von ihnen demonstrierten friedlich. Von den polizeilichen Maßnahmen seien „ausnahmslos Personen des linken Spektrums betroffen“, erklärte die Polizei. Gegen die Betroffenen seien Platzverweise für die Göppinger Innenstadt ausgesprochen worden.

Insgesamt 28 Polizisten trugen nach Polizeiangaben leichte Verletzungen davon: 22 Beamte seien durch einen Tränengaskörper verletzt worden, den Demonstranten ihnen entgegengeschleudert hätten. Drei Beamte seien durch Steinwürfe verletzt worden, zwei weitere hätten ein Knalltrauma durch eine Böllerexplosion erlitten und ein Beamter sei durch Pfefferspray verletzt wurden. Auch drei Polizeipferde hätten leichte Verletzungen erlitten und mussten medizinisch betreut werden.

Wie die Polizei weiter mitteilte, musste am Samstagmittag der Bahnverkehr auf der Strecke Stuttgart - Ulm für eine Dreiviertelstunde eingestellt werden. Als Grund wurden Kabelschäden in der Nähe von Göppingen genannt, die möglicherweise vorsätzlich verursacht worden seien. Ob ein Zusammenhang mit den Kundgebungen besteht, war zunächst nicht bekannt. (afp/dapd)



Aus dem Ressort
Weniger Hausaufgaben – G8-Schüler sollen entlastet werden
Schule
Der Runde Tisch, der von Ministerin Sylvia Löhrmann im Frühjahr einberufen worden ist, schließt die Abkehr vom Turbo-Abitur aus. Dafür soll es in Zukunft für die Gymnasiasten weniger Hausaufgaben und weniger Nachmittagsunterricht geben. Doch es gibt auch Kritik an den Vorschlägen.
Secret Service stoppt Eindringling am Weißen Haus
Weißes Haus
Schon wieder ungebetener Besuch für US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus: Ein Mann ist über den Zaun geklettert. Anders als bei dem Vorfall vor einem Monat gelangte er aber nicht ins Gebäude, sondern wurde von Sicherheitskräften abgefangen und in Handschellen abgeführt.
Mutmaßlicher Anschlag in Jerusalem – Sicherheit verstärkt
Nahostkonflikt
In Jerusalem ist ein Baby gestorben, nachdem ein Mann mit seinem Auto in eine Straßenbahnhaltestelle gerast war. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Polizei vermutet einen Terroranschlag. Während Israel unter Schock steht, appelliert das US-Außenministerium an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren.
Hochschulrektoren wollen 250 Euro pro Semester von Studenten
Hochschulen
Studiengebühren sind durchgefallen, doch ein anderes Konzept zur Sanierung der maroden Hochschul-Infrastruktur gibt es nicht. Die Hochschulrektoren fordern nur eine Paket-Lösung: Länder, Bund, Wirtschaft und Studierende sollen zusammenlegen. 1000 Euro pro Student und Semester sollen herauskommen.
Attentäter von Ottawa war den Sicherheitsbehörden bekannt
Attentat
Ein Soldat ist tot, auch der Attentäter starb. Doch die Hintergründe des Anschlags im Regierungsviertel in Ottawa liegen im Dunklen. War ein "einsamer Wolf" am Werk, zogen Islamisten die Fäden? Medien berichten: Der Mann war für die Sicherheitsbehörden kein Unbekannter.
Umfrage
Die Stadt Duisburg will Schul-Parkplätze an Lehrer vermieten – aber auch an Anwohner. Eine gute Idee?

Die Stadt Duisburg will Schul-Parkplätze an Lehrer vermieten – aber auch an Anwohner. Eine gute Idee?

 
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke