Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Kriminalität

Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären

04.10.2012 | 18:14 Uhr
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
Im ersten Halbjahr wurden in NRW 29.330 Wohnungseinbrüche verübt – über zwölf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2011.Foto: Getty Images/Comstock Images

Düsseldorf.   Die aktuellen Zahlen zu Wohnungseinbrüchen seien "dramatisch, aber alles andere als unerwartet". So fasst die Gewerkschaft der Polizei die Entwicklung zusammen. Besonders mobile Banden und Serientäter seien für den Anstieg verantwortlich. Die Aufklärungsquote liegt bei unter 15 Prozent.

Mobile Banden und Serieneinbrecher bereiten der Polizei immer größere Probleme. Im ersten Halbjahr wurden in NRW 29.330 Wohnungseinbrüche verübt – über 12 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2011. Besonders die Städte an Rhein und Ruhr sind gefährdet – hier schlagen die Täter weit häufiger zu als in anderen Landesteilen.

Nur jeder siebte Einbruch wird aufgeklärt. Dagegen liegt die Aufklärungsquote im Durchschnitt aller Straftaten bei 50 Prozent.

Kriminalität
Einbrecher– fast ohne Risiko - von Theo Schumacher

"Risikoloses Verbrechen" - So nennt die Gewerkschaft der Polizei Wohnungseinbrüche spöttisch. Denn die Aufklärungsquote ist weit unterdurchschnittlich. Es hilft nur Prävention und Wachsamkeit.

Die unsicherste Stadt in NRW ist Düsseldorf, es folgt Köln. In der Landeshauptstadt kommen auf 100.000 Einwohner pro Jahr 569 Einbruchdiebstähle, mehr als doppelt so viele wie im Landesdurchschnitt. Auch Oberhausen mit 403 Delikten, Dortmund (384), der Kreis Recklinghausen (339), Duisburg (338), der Kreis Mettmann (333) und Essen (325) liegen in der Negativbilanz vorn, so das Innenministerium auf eine Anfrage der CDU.

Jäger: "Polizei geht gezielt gegen südosteuropäische Banden vor"

Für Innenminister Ralf Jäger (SPD) ist die negative Entwicklung vor allem im Ballungsraum und in der Nähe von Autobahnen auch eine Folge der EU-Erweiterung. „Die NRW-Polizei geht gezielt gegen südosteuropäische Banden vor“, sagte er. Oft nutzen internationale Täter das enge Straßennetz an Rhein und Ruhr als schnellen Fluchtweg.

Kriminalität
Polizei warnt wegen steigender Einbruchszahlen in Essen

In diesem Jahr scheint es kein Sommerloch bei den Einbruchszahlen geben. Allein im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Einbrüche um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nun reagiert die Polizei mit ihrem Einbruchs-Einsatztrupp. Denn selbst Tageslicht scheint die Täter nicht mehr abzuschrecken.

Auffällig ist der sprunghafte Anstieg der Einbruchskriminalität im Bereich der Polizeibehörde Essen, zu der auch Mülheim gehört, sowie in Gelsenkirchen. Hier registrierte die Polizei 44 Prozent mehr Delikte. Auch in Bochum fiel das Plus mit 29 Prozent deutlich aus. Drastisch war die Zunahme in Münster mit 131 Prozent. Die Aufklärungsquote schwankt je nach Polizeipräsidium zwischen 7 und 20 Prozent.

Für die Opfer von Einbruchdiebstählen sei der seelische Schaden oft schlimmer als der materielle Verlust, so Jäger. Um Einbrüche zu verhindern, rät er: „Wohnung sichern, aufmerksam sein, 110 rufen.“ Das Programm „Riegel vor!“ habe unter anderem dazu geführt, dass in 40 Prozent der Fälle die Einbrecher an gut gesicherten Häusern scheiterten.

Sicherheit
Polizei-Gewerkschaft warnt Rot-Grün vor Stellenabbau

Die Gewerkschaft der Polizei sieht die Sicherheit in Nordrhein-Westfalen nicht mehr gewährleistet, wenn es zum einem Stellenabbau von 2000 Beamten kommt. Dies hatten die Grünen im Wahlkampf ins Gespräch gebracht. Heute beraten die Innenpolitiker von SPD und Grünen über die neue Legislaturperiode.

Personalmangel bei der Polizei führt zu Aufklärungsmangel

Arnold Plickert, designierter Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, nennt die aktuellen Zahlen dagegen „dramatisch, aber alles andere als unerwartet“. In immer mehr Polizeibehörden fehle das Personal, um Alltagskriminalität wirksam zu bekämpfen. Die Polizei verwalte Kriminalität in vielen Bereichen nur noch „statt operativ gegen Straftäter vorzugehen“.

Theo Schumacher



Kommentare
05.10.2012
11:53
es ist unseren Politikern auch wichtiger...
von derLabbecker | #22

... dass unsere Polizei mit Blitzer und Laserpistole bewaffnet Autofahrern nachstellt, um zu kassieren. Auch die gefährlichen ohne grüne Plakette in die Umweltzone-Fahrer werden verfolgt. Dass da der eine oder andere Einbruch nicht aufgeklärt wird.... who cares? Zahlt doch die Versicherung....
Der nächste 24 Stunden Blitzmarathon wurde schon angekündigt... wie wäre es mal mit einem 365 Tage Kriminalitätsbekämpfungsmarathon???

05.10.2012
11:07
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
von Dr.Akula | #21

Ich versteh das Geheule irgendwie nicht. Diese Entwicklung ist schon seit Jahren, besser Jahrzehnten abzusehen. Und es wird immer schlimmer. Aber gleichzeitig werden immer wieder die gleichen Parteien gewählt. Also was sollte sich ändern? Und wenn eine Partei mal FÜR Deutschland ist wird sie sofort in die Rechte Ecke gedrängt und jedem Mitglied und sogar Ex-Mitglied wird am liebsten ein Mal auf die Brust getackert. Am Ende heißt es wieder; Oh davon hab ich ja gar nichts gewusst.

05.10.2012
11:03
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
von Ismet | #20

Während Milliarden für die Bankenrettung aufgewendet werden, das sogar Staaten unter diesen Lasten zusammenbrechen muss ja an anderer Stelle gespart werden.
Europa steuert einer Katastrophe entgegen, die es in der Geschichte wahrscheinlich so nie gegeben hat.
Mal Spaß bei Seite liebe Leute. Das oben ist nur eine Fiktion mit der Katastrophe die keiner miterleben will.
Tatsache ist doch, das sich der Staat immer mehr zurückzieht. Diese sogenannten Volksvertreter lieber Ihre Bankenfreunde bedienen als das Volk ist ja wohl auch klar. Also wo soll dann das Geld für Polizei, Feuerwehren, Sanitäter, Lehrer, Erzieher usw. herkommen wenn diese Gelder an die Banken gegangen sind.
Ich gehe Montag ganz normal Arbeiten, damit die darbenden Banken nicht auf meine Steuergelder verzichten müssen, dafür erkaufe ich mir sowas wie geringere Sicherheit. Wenn das mal kein Fairer Tausch ist weiß ich es auch nicht besser...

05.10.2012
10:42
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
von ge | #19

Danke EU, für den grenzfreien Verkehr!

05.10.2012
10:08
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
von Tante.Otti | #18

Im Durchschnitt im Herner Stadtgebiet nahezu jeden Tag eine Straftat, aber das Bochum-Herner Präsidium spricht immer noch von erfolgreicher Aufklärung und guter Sicherheitslage.
Ein Witz, wenn man sieht wie sich Salafisten in Wohngebieten ausbreiten und das Bochumer Nest immer größere Kreise zieht.

05.10.2012
09:49
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
von matrix666 | #17

Wie sollte man sich verhalten wenn man einen Dieb auf frischer Tat ertappt? sollte man freundlich bleiben und sagen- komm, reden wir über deine schlechte Kindheit oder kann man mit Eishockeyschläger, z.B. der Täter "eine Lektion" erteilen. Darf man sich überhaupt noch wehren?

1 Antwort
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
von Ismet | #17-1

Achtung Ironie:

Solange sie sich beim "Wehren" lautstark bemerkbar machen in dem Sie laut um Hilfe rufen, so das Zeugen es genau bezeugen können das "Sie" um Hilfe gerufen haben.

Ironie aus...

05.10.2012
09:47
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
von fuffzigpfennig | #16

Man darf doch nicht erwarten, dass sich unsere Polizei um Einbrüche und andere, schwere Kriminalität kümmert, wenn die Vorbereitungen für den nächsten Blitzermarathon auf Hochtouren laufen!

05.10.2012
09:34
Mein Haus, mein Gefägnis
von matrix666 | #15


Auf Gran Canaria wurden 3 Hotelzimmer auf vierten Etage in der Nacht ausgeraubt, man lässt im Sommer die Balkontür offen, bis jetzt was das selbstverständlich, heute heisst es- selber schuld. Bargeld, Handys, Kameras weg- man könnte sie im Safe verschliessen- heute sollte man das tun.
Bei der Polizei wurden wir freundlich empfangen- Willkommen auf Gran Canaria- ironisch gemeint. Der Beamte hat uns erzählt, ein Russe wurde 7 x verhaftet und immer danach freigelassen. Wenn in der EU keine scharfe Gestze gegen Diebstahl gibt, was sollen die Polizisten tun? Nur in das Protokoll aufnehmen, für die Statistik, mehr nicht.

05.10.2012
09:05
Polizei in NRW kann nur jeden siebten Einbruch aufklären
von Malakostraka | #14

Ich fände interssant, eine Übersicht der Herkunftsländer der nachweislich überführten Einbrecher zu erstellen und diese zu veröffentlichen.

05.10.2012
09:02
Eine Mail eines Parkspaziergängers am 4.10.2012
von Finnjet | #13

"Neben dem Sheraton steht eine mobile Wache und die Herren darin unterhalten sich angeregt mit dem Rücken zum Teich! Auf der anderen Seite sitzen die Drogenfutzis ungestört!"

Man muss das nicht weiter kommentieren, wer in Essen mit offenen Augen durchs Leben geht, weiß schon, was gemeint ist...

Aus dem Ressort
Juncker übersteht Misstrauensantrag im EU-Parlament
EU-Parlament
Ein Misstrauensantrag gegen EU-Kommissionschef Juncker ist am Donnerstag gescheitert. Die rechtspopulistischen Parteien Ukip und Front National hatten den Antrag gestellt. Hintergrund waren Enthüllungen um möglicherweise illegale Steuervorteile in Luxemburg während Junckers Zeit als Regierungschef.
Gabriel in der Kritik - CO2-Einsparungen reichen nicht aus
Klimaschutz
Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie lässt Zweifel an den Klimazielen von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) aufkommen. Demnach würde Deutschland seine CO2-Einsparungsziele im Kraftwerkssektor, trotz zusätzlicher Anstrengungen, nicht erreichen können.
Die Angst vor Google - EU prüft Auflagen für Online-Riesen
Google
Wer in Europa etwas im Internet sucht, setzt häufig auf Google. Zu oft, meinen manche. Google ist zu mächtig, fürchtet die EU-Kommission. Seit Jahren prüft die Brüsseler Behörde Auflagen für den Online-Riesen. Nun mischt sich das Europaparlament ein und löst damit Sorgen in den USA aus.
Münchener Polizei räumt Lager von streikenden Flüchtlinge
Flüchtlinge
Wegen drohender Unterkühlung der Protestierenden hat die Münchener Polizei am Mittwochabend ein Flüchtlingslager geräumt. Die Flüchtlinge traten am vergangenen Samstag in den Hungerstreik. Die Betroffenen protestierten gegen die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften.
Geld aus Fluthilfefonds soll in Flüchtlingshilfe fließen
Asylbewerber
Vertreter aus 58 Staaten Europas treffen sich am Donnerstag im Rom, um über die Flüchtlingspolitik zu beraten. Bundesinnenminister de Maizière strebt eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge an. Die Kommunen hoffen unterdessen auf mehr finanzielle Unterstützung - womöglich aus dem Fluthilfefonds.
Umfrage
Das Bundesverwaltungsgericht hat der Sonntagsarbeit engere Grenzen gesetzt. Wie finden Sie das?
 
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke