Politiker-Widerstand gegen kostenlosen Bluttest für Schwangere

Essen..  Im Bundestag formiert sich starker Widerstand gegen Pläne der gesetzlichen Krankenkassen, Schwangeren einen kostenlosen Bluttest zur frühen Erkennung von Behinderungen bei Ungeborenen anzubieten. Parlamentarier aller vier Fraktionen fürchten deutlich mehr Schwangerschaftsabbrüche, wenn der Test beim Fötus Anzeichen für ein Down-Syndrom ergibt.

158 Abgeordnete von Union, SPD, Grünen und Linkspartei warnen in einer gemeinsamen Anfrage an die Regierung vor einem Trend, nur „ein perfektes Kind“ gebären zu wollen. Mit dem sehr früh möglichen Test, der vor allem das Down-Syndrom (Trisomie 21) nachweist, könnten „Eltern, die sich wissentlich für ein behindertes Kind entscheiden, künftig immer mehr in Erklärungsnöte geraten“. Die Kassen beraten derzeit im Gemeinsamen Ausschuss über die Kostenübernahme für den Bluttest, der die risikobelastete Fruchtwasseruntersuchung ablösen soll. Bisher kostet die Blut-Untersuchung bis zu 825 Euro.