Plätscher, plätscher

Die Zeiten schienen vorbei, dass ein Stehpinkler (und sein Zwist mit dem Vermieter vor dem Düsseldorfer Amtsgericht) zum Gesprächsthema taugt. Denkt man nach, stößt man vielleicht auf diesen Prinzen aus Monaco, der auf der Weltausstellung 2000 in Hannover gegen den türkischen Pavillon pullerte. Alle Welt dachte ja, dass jemand, der die Vornamen Ernst August Albert Paul Otto Rupprecht Oskar Berthold Friedrich-Ferdinand sowie Christian-Ludwig trägt, nicht das Zeug zum Pinkel-Prinzen hat, und dann das. Als feiner Pinkel geht der Mann seitdem bei vielen nicht mehr durch. Aber spricht man heuer noch vom feinen Pinkel und nicht eher vom arroganten Sack, verroht wie die Sprache längst geworden ist? Mehr noch, wer kennt noch den Laffen, Stutzer, Zieraffen, Zierbengel oder Schniepel? Halten wir fest, dass vieles verschwindet, was einst geschätzt war, das Stehpinkeln aber offenbar nicht kleinzukriegen ist. Früher übrigens sagte man dazu auch „das Wasser abschlagen“. Das aber näher zu erläutern, brächte dieses „Guten Morgen“ glatt zum Überlaufen...