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Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben

03.08.2010 | 14:26 Uhr
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben

Brüssel.Der schwedische Europa-Abgeordnete der Piratenpartei, Christian Engström, streitet sich mit grünen Fraktionskollegen ums Urheberrecht . Als „unpolitischer Politiker“ kämpft er um die Freiheit des Internets.

Spaß hat das erste Jahr in Brüssel gemacht, sagt Christian Engström, ganz unerwartet viel Spaß. Das habe er vorher gar nicht ahnen können, wo es doch das erste Mal sei, dass er ein gewähltes Amt besetze. Der „Freibeuter des Internets“, der im Sommer 2009 als erster Abgeordneter einer europäischen Piratenpartei ins Europaparlament „gesegelt“ ist, um sich dort der grünen Fraktion anzuschließen, präsentiert sich gern als unpolitischer Politiker – und steckt doch mitten drin im ideologischen Grabenkampf.

„Heutzutage ist jeder unter 30 vor dem Gesetz ein Krimineller“

Dabei betont der 50-jährige gelernte Programmierer gerne, es gehe „nicht um rechts oder links“. Marxisten wie Liberale seien vereint im Kampf um die Freiheit des Internets, in seinen Augen „ganz offensichtlich die größte Sache, die der Menschheit seit Erfindung des Buchdrucks passiert ist. Vermutlich sogar größer.“ Die Schranken, die Staaten und Firmen im Netz errichten wollen in ihrem Kampf gegen Raubkopierer und Musik-Tauschbörsen, würden wenig Bestand haben gegen die Macht der Fakten. „Heutzutage ist jeder unter 30 vor dem Gesetz ein Krimineller. Das macht doch keinen Sinn!“

„Neoliberalen Wildwuchs im linken Gewand“, nennt Helga Trüpel die Haltung ihres Fraktionskollegen verächtlich. Die grüne Bremer Europaabgeordnete ist nicht gut zu sprechen auf Engström und das, was er vertritt. Piraten sieht sie als „Sekte“, die sich der Alles-Umsonst-Kultur verschrieben hat, „Lobbyisten“ mehr denn Politiker. Den persönlichen Umgang mit Engström bezeichnet sie als „schwierig“.

Die Kulturpolitikerin kämpft leidenschaftlich für den Bestand oder zumindest Umbau jener Bastionen an Urheberrechten, die der Piratenkollege lieber heute als morgen einreißen will. Wo Engström dem Markt die Entscheidung überlassen möchte, ob Lieder, Computerspiele oder Filme ihren Preis wert sind, sieht sie den Staat in der Pflicht: Kultur sei ein öffentliches Gut. Und wo die Einkünfte jener gefährdet sind, die es erzeugen, drohe geistige Öde.

Ignoranz vieler Politiker beim Umgang mit dem Internet

Dass der Schwede auch in der eigenen Fraktion auf viel Zustimmung stößt, registriert die Kulturpolitikerin mit Kopfschütteln. „Wir waren doch immer schon für Fair Trade. Warum sind wir das nicht beim Internet?“, fragt sie sich und die Parteifreunde. Es müsse wohl eine Generationenfrage sein, der Ignoranz vieler Politiker beim Umgang mit dem Internet geschuldet und der lang andauernden Unwilligkeit der Musikindustrie angesichts neuer Geschäftsmodelle jenseits des CD-Verkaufs. Zwar will auch sie die Macht der Konzerne schwächen, allerdings gleichzeitig den Künstlern mehr Rechte einräumen. „Es gibt kein Recht auf illegale Downloads“, beharrt sie.

Die Künstler sollten sich besser auf dem freien Markt bemühen, hält Engström dagegen. Wer erst mal reich und berühmt sei, wolle sich eben auf seinen Lorbeeren ausruhen. Es sei „ganz natürlich“, dass eine Musikgröße wie Bono gegen eine Reform des Urheberrechts sei. Kleine Gruppen hätten derartige Probleme nicht, sie lebten ohnehin von Mundpropaganda. „Ich muss nicht über die Zukunft spekulieren“, meint er. Seit Jahren steige die Zahl illegal weitergegebener Lieder und Filme. Er spricht davon wie von einem Naturgesetz.

Gefallen hat ihm in seinem ersten Amtsjahr vor allem die „intelligente intellektuelle Diskussion“, die die Abgeordneten im Europaparlament miteinander führten. Dann kann er sich auf den September freuen: Nach der Sommerpause wird weiter über das internationale Copyright-Abkommen Acta beraten.

Martina Herzog

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Kommentare
05.08.2010
18:01
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von GothicRocker | #23

Genau Seppel und der Weg bis zum Filesharing erledigt sich durch Bezahlung mit Luft und Liebe, wie? Wer von Entstehung von Musik keine Ahnung hat, sollte sich besser still verhalten.

05.08.2010
17:56
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von Seppel | #22

Sind ja richtige Indiebands... Not

Was treiben sich hier für Leute rum die nicht mal richtig Begriffe nutzen können? Deutschland ist echt am Abgrund.

Und ich glaube er meitne das kostenlose Marketing über Filesharing. Dadurch hören ja mehr Leute die Bands und lernen die vor allem auch kennen. Aber Zukunti hat schon Recht. Wer das nicht versteht lebt echt im eltzten Jahrhundert.

05.08.2010
11:52
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von GothicRocker | #21

Vielleicht noch zwei Anmerkungen für Deine Zukunft:

1. Es wundert mich, dass Du ach so fortschrittsversessener Mensch mir nahelegst, Leute aus ganz Deutschland und nicht nur aus unserer Stadt für uns zu gewinnen. Lebst Du im letzten Jahrhundert? Unsere Künstler werden dank modernster Medien weltweit promotet und veröffentlicht. Hier geht es nicht um irgendwelche Keller- oder Garagenbands, die ab und an mal auf Schulfeiern spielen.

2. Du sagst es, die Nutzung (auch kostenloser Marketingmöglichkeiten über das Internet) bedeutet Arbeit. Menschen die uns helfen sollen, investieren Arbeit. Ich weiß ja nicht, wie es in Deiner Fantasywelt ist, aber in der realen Welt verlangen Menschen für Arbeit reales Geld. Also erzähle mir bitte nicht, man müsse kein Geld in den Aufbau seiner Künstler stecken, weil alles kostenlos möglich ist.

05.08.2010
07:58
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von GothicRocker | #20

Deine Zukunft,

ich verbeuge mich vor Deine unendliche Weisheit.

Schade, Diskussion zwecklos.

04.08.2010
21:42
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von Deine Zukunft | #19

Liebe gespaltene Persöbnlichkeit namens GothicRocker,

wenn diese Website durch ihre Verzögerung einen Post dreimal annimmt ist dies ein technishces Problem. Ich weis, das überfordert Leute aus dem letzten Jahrhundert. Technik, Ein Graus. Und wenn ihr das kostenlose Marketing nicht nutzt seid ihr selber Schuld. Wenn Euch Menschen aus ganz Deutschland kennen und nicht nur aus einer Stadt könnte das euch z.B. bei Touren helfen. Aber nein. Das wäre Arbeit. Und dann nimmt ihr lieber weniger Geld ein. Denn Arbeit und Anpassung ist schlecht.

04.08.2010
17:13
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von GothicRocker | #18

Hey Deine Zukunft,

also wenn hier einer an gespaltener Persönlichkeit leidet, dann wohl eher Du. Oder warum stellst Du Deine Kommentare gleich dreifach ein?

Ich jedenfalls habe nichts mit Comedian zu tun, finde es aber beruhigend, dass nicht nur ich hier den Durchblick habe.

Das der Markt künstlich klein gehalten wird, ist dann wohl eher ein Gerücht. Der Markt ist vielmehr total überlaufen von Möchtegernkünstlern. Und gerade deswegen muss man heutzutage viel in seine Künstler investieren, damit sie in der breiten Masse überhaupt wahrgenommen werden.

Und natürlich muss man neue Wege gehen. Gehen wir auch, auch wir nutzen Internet, Myspace etc. Aber kostet das etwa kein Geld? Uns schon.

Indie-Labels profitieren unter File-Sharing? Das genaue Gegenteil ist der Fall: Indie-Labels leiden unter File-Sharing, weil dadurch die sowieso schon viel niedrigeren Verkaufszahlen noch weiter einbrechen und zwar drastisch. Und da es bei Indie-Labels längst nicht so große Margen haben, wie Majors, zahlt man mittlerweile bei fast jeder VÖ drauf. Das wird auch nicht dadurch aufgefangen, dass Bands dadurch bekannter werden, Musik ist in der Gesellschaft mittlerweile vom Kunstgut zum Wegwerfartikel degeneriert. Da generierst Du keine zusätzlichen Erträge.

04.08.2010
15:29
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von Deine Zukunft | #17

Hallo GothicRocker,

du trittst gleich mit 2 Namen auf: Comedian und GothicRocker.
Warum hast du solch eine gespaltene Persönlichkeit?
Der Artikel hat schon was mit der Musikindustrie zu tun. Wenn der Markt künstlich klein gehalten wird wie jetzt und nur noch Mainstream produziert wird muss das eifnach geändert werden. Wenn die Macht der Musikindustrie sinken würden hätten auch kleinere Indie-Labels mehr Chancen.
Übrigens: Besodners Indie-Labels profitieren von File-Sharing wegen der Bekanntmachung. Natürlich muss diese dann auch genutzt werden.
Linkin Park hatte damals auf mp3.com ihre Stücke kostenlos zum Download gehabt als sie noch nicht groß waren z.B. ...
Aber hey, neue Wege fordern Anpassung.
Und wenn du augepasst hättest fordert die Piratenpartei nicht das wovon du erzählst. Das zeugt ja davon das du nicht einmal lesen kannst (falls du über das Parteiprogramm sprichst).
Aber auch bei anderen Themen wie der Musikindustrie, anderen Parteien oder ähnlichem scheinst du dich nicht selber richtig zu informieren. Oder wenn dann, nur über lobbyistenmäßig beeinflusste Positionen.
Ein Tipp für dich: Radiomusik darf man übrigens noch immer mitschneiden. Hab ich dich jetzt auch eine neue Idee gebracht wie man das am Besten unterbinden könnte?

04.08.2010
15:29
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von Deine Zukunft | #16

Hallo GothicRocker,

du trittst gleich mit 2 Namen auf: Comedian und GothicRocker.
Warum hast du solch eine gespaltene Persönlichkeit?
Der Artikel hat schon was mit der Musikindustrie zu tun. Wenn der Markt künstlich klein gehalten wird wie jetzt und nur noch Mainstream produziert wird muss das eifnach geändert werden. Wenn die Macht der Musikindustrie sinken würden hätten auch kleinere Indie-Labels mehr Chancen.
Übrigens: Besodners Indie-Labels profitieren von File-Sharing wegen der Bekanntmachung. Natürlich muss diese dann auch genutzt werden.
Linkin Park hatte damals auf mp3.com ihre Stücke kostenlos zum Download gehabt als sie noch nicht groß waren z.B. ...
Aber hey, neue Wege fordern Anpassung.
Und wenn du augepasst hättest fordert die Piratenpartei nicht das wovon du erzählst. Das zeugt ja davon das du nicht einmal lesen kannst (falls du über das Parteiprogramm sprichst).
Aber auch bei anderen Themen wie der Musikindustrie, anderen Parteien oder ähnlichem scheinst du dich nicht selber richtig zu informieren. Oder wenn dann, nur über lobbyistenmäßig beeinflusste Positionen.
Ein Tipp für dich: Radiomusik darf man übrigens noch immer mitschneiden. Hab ich dich jetzt auch eine neue Idee gebracht wie man das am Besten unterbinden könnte?

04.08.2010
15:29
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von Deine Zukunft | #15

Hallo GothicRocker,

du trittst gleich mit 2 Namen auf: Comedian und GothicRocker.
Warum hast du solch eine gespaltene Persönlichkeit?
Der Artikel hat schon was mit der Musikindustrie zu tun. Wenn der Markt künstlich klein gehalten wird wie jetzt und nur noch Mainstream produziert wird muss das eifnach geändert werden. Wenn die Macht der Musikindustrie sinken würden hätten auch kleinere Indie-Labels mehr Chancen.
Übrigens: Besodners Indie-Labels profitieren von File-Sharing wegen der Bekanntmachung. Natürlich muss diese dann auch genutzt werden.
Linkin Park hatte damals auf mp3.com ihre Stücke kostenlos zum Download gehabt als sie noch nicht groß waren z.B. ...
Aber hey, neue Wege fordern Anpassung.
Und wenn du augepasst hättest fordert die Piratenpartei nicht das wovon du erzählst. Das zeugt ja davon das du nicht einmal lesen kannst (falls du über das Parteiprogramm sprichst).
Aber auch bei anderen Themen wie der Musikindustrie, anderen Parteien oder ähnlichem scheinst du dich nicht selber richtig zu informieren. Oder wenn dann, nur über lobbyistenmäßig beeinflusste Positionen.
Ein Tipp für dich: Radiomusik darf man übrigens noch immer mitschneiden. Hab ich dich jetzt auch eine neue Idee gebracht wie man das am Besten unterbinden könnte?

04.08.2010
09:19
Piratenpartei kämpft mit ideologischen Gräben
von Comedian | #14

Da die Piratenpartei ja gerne die Existenz des geistigen Eigentums abstreitet, hoffe ich immer, daß mal ein cleverer Unternehmer mal auf die Idee kommt, das Logo und den Namen der Piratenpartei auf x-beliebige Produkte zu drucken - OHNE dafür die Erlaubnis einzuholen, z.B.:
Klopapier mit Aufruck der Piratenpartei.
Schußwaffen mit Aufdruck der Piratenpartei. Etc.
Vielleicht erkennen die Piraten ja dann irgendwann, daß es doch ein geistiges Eigentum gibt, mit dem man keinesfalls nach Belieben verfahren darf.

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