Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Politik

Piraten-Chef Schlömer warnt Gabriel vor Beliebigkeit

12.08.2012 | 07:00 Uhr
Funktionen
Foto: /dapd/Clemens Bilan

Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer, hat SPD-Parteichef Sigmar Gabriel vor Bedeutungslosigkeit im Sinne von Belanglosigkeit gewarnt. "Sigmar Gabriel muss aufpassen, dass er nicht beliebig wird. Wenn er alle drei Tage ein neues Modell zur Euro-Krise vorstellt, könnte man seiner überdrüssig sein und sich fragen: Wofür steht er eigentlich?", sagte Schlömer im Gespräch mit dapd.

Berlin (dapd). Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer, hat SPD-Parteichef Sigmar Gabriel vor Bedeutungslosigkeit im Sinne von Belanglosigkeit gewarnt. "Sigmar Gabriel muss aufpassen, dass er nicht beliebig wird. Wenn er alle drei Tage ein neues Modell zur Euro-Krise vorstellt, könnte man seiner überdrüssig sein und sich fragen: Wofür steht er eigentlich?", sagte Schlömer in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd.

Es sei nicht klug, wenn sich Gabriel ständig lautstark aus der Baby-Pause heraus zu Wort melde. "Man wird den Eindruck gewinnen: Jemand, der überall zu jedem Thema gleich seine Meinung zum Besten geben muss, verliert Qualität. Ich habe den Eindruck, dass Gabriel da aufpassen muss." Erst kürzlich hatte sich der SPD-Chef unter anderem für eine europäische Schuldengemeinschaft stark gemacht. Kommentatoren bezeichneten Gabriel, der sich von Juli bis September hauptamtlich um seine Tochter Marie kümmern wollte, als "hyperaktiv".

Er selbst äußere sich in der Öffentlichkeit lieber seltener, beschrieb Piratenchef Schlömer sein eigenes Kommunikationsverhalten. "Ich äußere mich lieber weniger und möchte dafür dann ernster genommen werden. Es gibt Politiker, die sich nicht so häufig äußern, aber sehr hoch geschätzt sind."

Erst kürzlich war Schlömer auch innerparteilich für seine Aussagen in einem Streitgespräch mit der Linken-Vorsitzenden Katja Kipping attackiert worden. Einigen Parteimitgliedern waren Schlömers Aussagen nicht links genug, andere kritisierten ein fehlendes Parteiprofil.

dapd

dapd

Kommentare
Aus dem Ressort
New Yorks Polizeichef nennt Tat „Hinrichtung ohne Warnung“
Polizistenmord
In New York werden zwei Polizisten von einem Schwarzen im Auto hingerichtet. War es ein Racheakt für Michael Brown und Eric Garner? Die Angst geht um.
Abhörsicherer Raum für NSU-Ausschuss kostet NRW Millionen
NSU-Mordserie
Der NRW-Landtag rüstet sich mit einem nie dagewesenen Aufwand für Zeugenvernehmungen im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur NSU-Mordserie.
Russland macht Unterstützung der Separatisten offiziell
Ukraine-Krise
Während Kiew die Feuerpause für Waffenkäufe nutzen soll, macht Russland die Unterstützung der abtrünnigen Gebiete in der Ostukraine offiziell.
Dresden fürchtet wegen "Pegida" um seinen guten Ruf
Pegida
Viele Einwohner Dresdens fürchten wegen der "Pegida"-Demonstrationen um den guten Ruf der Elbmetropole. Die Welt schaut irritiert auf die Proteste.
IS-Miliz soll in Syrien 100 "Abtrünnige" getötet haben
Hinrichtungen
Die Terrormiliz "Islamischer Staat" soll mehr als 100 ausländische IS-Kämpfer getötet haben, die in ihre Heimatländer zurückkehren wollten.
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke
Familie Al Sari floh in den Libanon
Bildgalerie
Spendenaktion