Petro Poroschenko sieht die Ukraine im Krieg mit Russland

Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine, gab der britischen BBC ein Interview. Man befinde sich nicht im Krieg mit russischen Separatisten, sondern im Krieg mit dem Nachbarstaat Russland.
Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine, gab der britischen BBC ein Interview. Man befinde sich nicht im Krieg mit russischen Separatisten, sondern im Krieg mit dem Nachbarstaat Russland.
Foto: Imago stock&people
Was wir bereits wissen
Der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, erklärte, er sehe sein Land im Krieg mit Russland. Er erwartet einen Angriff russischer Streitkräfte.

Moskau/Kiew.. Der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, sieht sein Land im Krieg mit Russland. Das sagte er in einem Interview mit der britischen BBC. Es handle sich bei den seit Monaten währenden Kämpfen im Osten des Landes nicht um einen Konflikt mit prorussischen Separatisten. Vielmehr führe die Ukraine Krieg gegen den Nachbarstaat. Als Beweis wertete Poroschenko die Festnahme von Soldaten der regulären russischen Armee bei Luhansk am Samstag. Russland bestreitet, die Rebellen zu unterstützen und verweist darauf, dass die Männer zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung nicht im Dienst waren.

Man erwarte einen Angriff russischer Streitkräfte im Sommer, so Poroschenko. Darauf allerdings sei man Russland vorbereitet: „Wir werden nicht provozieren. Für einen Angriff wird Russland die Verantwortung übernehmen müssen.“ Dennoch hoffe er weiter auf eine diplomatische Lösung des Konflikts – auch, wenn es zurzeit keine Chance auf Verhandlungen mit seinem Amtskollegen Wladimir Putin gebe.

Porschenko beklagt „ernstes Vertrauensdefizit“

Die russische Führung indes ließ verlauten, dass man ein ernstes Vertrauensdefizit zur Ukraine habe. Konkret wirft der Kreml Poroschenko vor, den Friedensplan für die Donbass-Region nicht umzusetzen.

Als Gegenreaktion verstärkt Russland außerdem die Drohgebärde Richtung Westen und sieht sich bereits provoziert: Sollte die Ukraine die Stationierung eines US-Raketenabwehrschilds auf ukrainischem Territorium zulassen, werde man Gegenmaßnahmen ergreifen, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch gegenüber der Agentur Interfax. Ein Mitglied des ukrainischen Sicherheitsrates hatte das geplante Abwehrsystem als Schutzschild vor russischen Angriffen bezeichnet.