Pegida-Gegner feiern sich im Netz: "Köln gegen Pegida: 1:0"

Viele Gegendemonstranten stellten sich den Pegida-Anhängern in Köln entgegen.
Viele Gegendemonstranten stellten sich den Pegida-Anhängern in Köln entgegen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Auf Twitter und bei Facebook sind die Demos von Pegida in Köln, Dresden und Berlin ein großes Thema. Die Gegner feiern die geglückten Protestaktionen.

Köln.. Was hat eine Arschkuh mit den Demonstrationen der islamfeindlichen Bewegung Pegida in Köln zu tun? Und was soll eine Arschkuh überhaupt sein?

Moment, das muss ja Arschhuh heißen, genauer: #arschhuh. Mit diesem Hashtag sind bei Twitter viele Beiträge gegen Pegida und den Kölner Ableger Kögida markiert. #arschhuh steht dabei für „Arsch huh, Zäng ussenander“, bedeutet auf Kölsch „Arsch hoch, Zähne auseinander“ und ist das Motto einer erstmals 1992 gestarteten Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechte Gewalt.

Und tatsächlich haben viele Menschen nicht nur in Köln sprichwörtlich den Allerwertesten hoch bekommen. Von 7500 Gegendemonstranten allein in Köln spricht die Polizei. Sie standen nur wenigen Hundert Pegida-Anhänger gegenüber. In den Sozialen Netzwerken feiern die Nutzer den Erfolg.

Köln ist bunt. Da ist kein Platz für Rassismus“, twittert beispielsweise Chris Eisenbarth. Und Twitter-Nutzer Manuel Wolff schreibt: „No Kögida: Köln gegen PEGIDA: 1:0!!! - Wir haben gewonnen!“ Auch auf Facenbook kommentieren die Nutzer die Demos. „I love Kölle. Ein richtiges Zeichen. NRW ist bunt nicht braun“, postet Adanali Oktay auf Facebook.

Videos zeigen Köln im Dunkeln

Besondere Aufmerksamkeit zog in Köln vor allem das Ausschalten der Beleuchtung unter anderem am Kölner Dom auf sich. Wie Köln Pegida das Licht ausknipst, zeigen Videos, wie zum Beispiel eines, das Twitter-Nutzerin FrauMaja teilte. Ebenfalls auf Twitter freut sich Nutzerin Simone He angesichts der Dunkelheit darüber, dass „man sich auf seine Stadt verlassen kann!“

Doch nicht alle Stimmen erheben sich gegen Pegida. Während die einen stolz auf den Erfolg der Gegendemonstranten sind, darauf, dass die Pegida in Köln nicht durch die Straßen zog, sondern am Bahnhof Deutz verweilte, wettern andere gegen die Gegendemonstranten, gegen die „Lügenpresse“ oder „gewaltbereite Linksautonome“.

Weil Pegida ihren Demonstrationszug absagte, sehen sich Anhänger des islamfeindlichen Bündnisses in ihrem Recht auf Demonstrationsfreiheit beschnitten. So postet Facebook-Nutzer Timon Wern zynisch: „Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt es geschafft, eine friedliche Demonstration aufzuhalten und die Demonstranten in ihrem Grundrecht einzuschränken.“

"Ihr seid ganz sicher nicht das Volk"

Doch Stimmen, die ins gleiche Horn blasen, erhalten genauso viel Gegenwind. Wie zum Beispiel von Denny Ozymandias, der sich direkt an die Pegida-Anhänger richtet: „Man ist das arm. Diese Kultur des Nichtwahrhabenwollens. Auf ganzer Linie gescheitert und wenn man das laut ausspricht, heißt es 'Lügenpresse', das ganze wird verleugnet und grundsätzlich ist 'die Antifa' schuld. Wer nicht für PEGIDA ist, ist ein linker/rotgrünversiffter/Ökogutmensch. Ihr seid ganz sicher nicht das Volk.“

Hitzig diskutieren Pegida-Anhänger und ihre Gegner. Sie ärgern sich, provozieren, halten alle, die anderer Meinung sind, für dumm. Sie antworten gekränkt, erbost, beleidigend – und manchmal einfach mit Humor.