Pegida-Chef tritt nach Hitler-Foto ab

Berlin/Dresden..  Pegida-Chef Lutz Bachmann hat nach dem Skandal um ausländerfeindliche Äußerungen sowie um ein selbst geschossenes und im Internet verbreitetes Foto mit Hitler-Bärtchen gestern Abend seinen Rücktritt von allen Funktionen erklärt. Zuvor war der 41-Jährige auch in den eigenen Reihen unter Druck geraten. Der Vorfall müsse Konsequenzen haben, sagte etwa René Jahn, Mitglied im Vorstand des islamkritischen Pegida-Vereins, dem Bachmann vorsaß. „Mit so etwas will ich nichts zu tun haben. Es geht hier um die gesamte Bewegung und nicht nur um eine Person“, so Jahn.

Bachmann selbst hatte zuvor die Echtheit des Fotos bestätigt und als Scherz eingestuft. „Ich hatte das Foto zur Veröffentlichung des Satire-Hörbuchs von ,Er ist wieder da’ beim Friseur geknipst“, sagte Bachmann und fügte hinzu: „Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen.“

Bachmann bekannte sich gestern auch zu den ausländerfeindliche Beleidigungen auf Facebook-Einträgen. Sie waren am Dienstag im Internet verbreitet worden und enthalten menschenverachtende Bezeichnungen wie „Viehzeug“, „Gelumpe“ und „Dreckspack“ in Bezug auf Ausländer. „Es waren unüberlegte Äußerungen, die ich so heute nicht mehr tätigen würde“, so Bachmann gestern Abend. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte zuvor ein Ermittlungsverfahren gegen Bachmann wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet.

Der Pegida-Bewegung war immer wieder vorgeworfen worden, gezielt Ängste und Ressentiments gegen Ausländer zu schüren. Die Pegida-Organisatoren hatten dies stets bestritten.