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Partei zum Fürchten - Warum man vor der AfD Angst haben kann

16.09.2014 | 10:33 Uhr
Partei zum Fürchten - Warum man vor der AfD Angst haben kann
Der Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke.Foto: dpa

Essen.  Sie begann mit dem Kampf gegen den Euro - doch ihre grandiosen Wahlerfolge der letzten Wochen verdankt die AfD der Pflege von Ressentiments gegen alle möglichen bewährten Feindbilder. Muss man deshalb gleich Angst vor ihr haben? Man muss nicht, aber man kann. Ein Kommentar

Angst, Angst, Angst: Man fragt sich, wo sie im Augenblick größer ist: Hat der Rest der Welt jetzt mehr Angst vor der AfD, oder ist das am Ende noch gar nichts im Vergleich zur Angst der AfD vor der Welt?

Denn die AfD - sie ist die Angstpartei für Deutschland. Sie wurde gegründet aus Angst um unser Geld, und inzwischen gewinnt sie Wahlen mit der  Angst vor Benachteiligung, Überalterung, Angst um die Identität der Deutschen. Die AfD hat diese Ängste erkannt und weiter geschürt, sie beantwortet sie mit wohlfeilen Ressentiments gegen bewährte Feindbilder: die EU, Quotenfrauen, schwule Pärchen, Ausländer, Minarette. Vor Leuten, die Angst haben, muss man sich hüten, heißt es. Das gilt auch für die AfD, und hier ist die Begründung.

Die einzig gute Nachricht: Die AfD wird den Euro nicht abschaffen

Die AfD wurde als Anti-Euro-Partei auf dem Höhepunkt der Euro-Krise gegründet. Nach wie vor steht bei dieser Partei die Währungspolitik am Anfang ihrer politischen Leitlinien, und Forderung Nr. 1 ist die Auflösung des Euro-Raumes. Zugleich ist es auf längere Sicht aber ausgeschlossen, dass die Partei zur Erlangung dieses Zieles aus eigener Kraft irgendetwas beitragen kann. Zum einen hat die Euro-Krise inzwischen einiges an Brisanz verloren. Zum anderen wird jede Entscheidung über den Bestand des Euroraumes wenn überhaupt – dann im Europäischen Rat, in der Eurogruppe und in den Gremien der EZB angebahnt und durch die nationalen Parlamente, darunter der Bundestag, beschlossen. Um mit über den Euro entscheiden zu können, bräuchte die AfD also Sitze im Bundestag, am besten viele, und noch besser einen Teil vom Kabinettstisch. In den Bundestag könnte sie bei regulärem Wahl-Rhythmus 2017 gelangen, an der Regierung wäre sie damit aber noch lange nicht: Denn alle anderen Parteien im Bundestag verweigern die Zusammenarbeit äußerst energisch.

Kommentare
24.10.2014
03:06
Kulturell-Linke Hass-Ideologie
von Humano | #94

Auch die linken Parteien und ihre pesudo-konservativen Nachahmer CDU arbeiten mit "Ressentiments" nur dass deren Ressentiments salonfähig sind.
Im...
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2014-09-16 10:33
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