Papst Franziskus erinnert ans Leben und Sterben Christi

Papst Franziskus beim Kreuzweg am Abend des Karfreitags in Rom.
Papst Franziskus beim Kreuzweg am Abend des Karfreitags in Rom.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Gemeinsam mit Zehntausenden hat Papst Franziskus am Karfreitag den Kreuzweg gebetet. Die Zeremonie ist Teil der traditionellen Oster-Feierlichkeiten.

Rom.. Papst Franziskus hat gemeinsam mit Tausenden Gläubigen und Pilgern am Samstag die Osternacht im Petersdom gefeiert. Mit der Zeremonie erinnerten die Menschen an die Auferstehung Jesu. Die Feier begann vor dem Petersdom, wo die Osterkerze entzündet wurde. Anschließend wurde das Osterlicht in einer Prozession in die abgedunkelte Kirche gebracht. Papst Franziskus sollte im Verlauf der Osternacht wie traditionell üblich zehn Erwachsene und Jugendliche taufen. Die sechs Frauen und vier Männer stammten laut Radio Vatikan in diesem Jahr aus Italien, Albanien, Kambodscha, Kenia und Portugal. Für Franziskus war es die dritte Osternacht seit seiner Wahl zum Pontifex im Jahr 2013.

Die Osterfeiern in Rom steuern unterdessen auf ihren Höhepunkt zu: Zehntausende Pilger und Neugierige strömen zum Petersplatz, wo der Papst Sonntag die traditionelle Ostermesse zelebriert (10.15 Uhr). Anschließend verkündet Franziskus seine Osterbotschaft und spendet den Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis).

Am Karfreitag hatte der Papst mit dem traditionellen Kreuzweg am Kolosseum gemeinsam mit Zehntausenden Pilgern an das Leiden und Sterben Christi erinnert. In 14 Stationen wurde bei der Zeremonie in Rom der Leidensweg Jesu nachempfunden. In den Meditationen ging es auch um Probleme wie Religionsfreiheit, Menschenhandel, Kindersoldaten oder die Todesstrafe. Der Argentinier Franziskus verfolgte den Kreuzweg an seinem dritten Osterfest als Papst mit nachdenklichem Gesichtsausdruck und im stillen Gebet.

Die abendliche Feier am Wahrzeichen Roms gilt als besonders ergreifend - Tausende Gläubige, Pilger und Touristen nehmen jedes Jahr im Schein von Fackeln daran teil. Das Kreuz wird auf den 14 Stationen des Leidens und Sterbens Jesu traditionell weitergegeben. In diesem Jahr trugen es unter anderem Familien, Behinderte sowie Gruppen aus dem Irak, Syrien, Nigeria, Ägypten und China.

Kreuzweg als Höhepunkt der Karwoche

Die Texte hatte dieses Mal der emeritierte italienische Bischof Renato Corti verfasst, der als begnadeter Prediger gilt und enger Mitarbeiter des Mailänder Kardinals Carlo Maria Martini war. Der Kreuzweg markiert traditionell einen Höhepunkt zum Ende der Karwoche.

Vatikan Zuvor leitete das Oberhaupt der katholischen Kirche die traditionelle Karfreitagsliturgie im Petersdom. Zu Beginn der von Stille und Ernst geprägten Gedenkfeier knieten die Priester vor dem Altar nieder, Papst Franziskus betete flach auf dem Boden liegend. Anschließend wurde die Passionsgeschichte vorgelesen und das Kreuz Christi verehrt. Die Liturgie schloss mit der Feier der Heiligen Kommunion.

Papst wäscht Häftlingen die Füße

Begonnen hatten die Oster-Feierlichkeiten am Gründonnerstag mit der Chrisam-Messe und einem Papst-Besuch in einem Gefängnis am Stadtrand Roms. Dort hatte der 78-Jährige in einer bewegenden Zeremonie zwölf Häftlingen in einem Kind kniend und ohne Kopfbedeckung die Füße gewaschen und sie geküsst. Mir der Demutsgeste wird an Jesu beim letzten Abendmahl erinnert. Nach seiner Wahl hatte Franziskus mit dem Brauch seiner Vorgänger gebrochen, Priestern die Füße zu waschen.