Pannen-Serie mit Stimmzetteln geht weiter
25.08.2009 | 10:25 Uhr 2009-08-25T10:25:00+0200
Vest. Der Kreis Recklinghausen muss über 500.000 gerade neu gedruckte Wahlzettel wieder einstampfen. Der Grund: Eine falsche Ziffer bei der Landratswahl. Dies ist schon der zweite Fehler.
Jetzt wird's richtig peinlich für die Kreisverwaltung: Die gerade neu gedruckten 512.500 Stimmzettel für die Wahl des neuen Landrates am kommenden Sonntag müssen erneut eingestampft werden, denn sie enthalten einen Fehler. Und zwar einen Schnitzer, der nicht mehr als „kosmetische Panne” durchgeht, sondern der als Formfehler zu werten ist. „Wir wollten Rechtschreibfehler korrigieren und haben uns einen ganz entscheidenden Mangel eingehandelt”, musste Pressesprecher Jochem Manz auf Anfrage der WAZ einräumen.
Was genau ist passiert? Auf dem Stimmzettel für die Landratswahl sind acht Bewerber aufgeführt. Vor ihren Namen stehen Ziffern, die der Nummerierung der jeweiligen Partei auf dem weiteren Stimmzettel für die Kreistagswahl entspricht. Im Fall des Kandidaten der Linken war es auf dem (kosmetisch falschen) ersten Stimmzettel korrekt die „5”. Jochem Manz: „Auf dem nachgedruckten Formular steht vor diesem Kandidaten die „6”, das ist jedoch die Nummer der Gruppe WIR, die keinen eigenen Landratskandidaten ins Rennen schickt.”
"Ganz bestimmt gültig"
Ein solcher Fehler sei allerdings nicht mehr als tolerabel zu werten, daran herrsche im Kreishaus kein Zweifel. Glück im Unglück: Der Schnitzer wurde am Montag festgestellt, bevor die neuen Stimmzettel an die Briefwahlbüros in den kreisangehörigen Städten weitergereicht wurden. Dort werden nun vorerst die alten Stimmzettel ausgegeben, die zwar Mängel enthalten, „aber doch ganz bestimmt gültig sind”, wie Jochem Manz betonte. Dies sei nach Überprüfung und Abstimmung auch mit der Landeswahlleitung gesichert. Die ganz neue Drucklieferung soll am Mittwoch vorliegen und auf jeden Fall am kommenden Sonntag, 30. August, in den Wahllokalen überall im Kreis den Wählern ausgehändigt werden.
Danach wird es im Kreishaus eine eingehende Prüfung der Pannen-Serie geben. Und, das zeichnet sich ab, personelle Konsequenzen im Bereich Wahlen.
Diskussion: Pannen mit Wahlzetteln

10:45
Peinlich peinlich! Bei Es kann wirklich mal EIN Fehler passieren, aber zweimal hintereinander, nur weil anscheinend niemand in der Lage war, vernünftig Korrektur zu lesen, das ist wirklich unentschuldbar !!!
Meine Frage: Was hat der Druck der 512.000 Stimmzettel genau gekostet???????
23:45
...habe vorsorglich unsere drei Wahlbenachrichtigungskarten in den Mülleimer geworfen, weil die NRW-Wahl eh´ eine Farce ist, weil sich in diesem Lobbystaat eh´ nichts mehr ändert - egal wer regiert !!!! Die Parteien werden von der Wirtschaft mit Parteispenden gesponsert und betreiben deshalb die Politik der Bonzen !!! So lange sich an diesem Parteien-Finanzierungssystem nichts ändert, wird sich insgesamt an der Politik in Deutschland nichts mehr ändern !!! Korruption, Bestechung, Steuerverschwendung, Abbau von Bürgerrechten und Lügen sind derzeitig reale Politik, die sich mit Wahlen nicht mehr zu unterstützen LOHNT !!!
13:48
@immeraufdraht:
Aha. Früher gab es für einen Verwaltungsbeamten die Kündigung, wenn er einen Fehler gemacht hat? Vielleicht in der Inneren Mongolei, oder auf den Äußeren Hebriden. In Recklinghausen dürfte das eher selten passiert sein. Hier trägt der Steuerzahler die Kosten für solche Schlampereien.
13:17
@eiermann41:
Die Rechner im Wahllokal sind doch in diesem Jehr erst wieder abgeschafft worden, weil diese Wahlcomputer Manipulationen Tür und Tor öffneten. Ich denke, der gute alte Wahlzettel wird uns noch eine ganze Weile erhalten bleiben...
12:42
Alles das spricht für das inzwischen niveaulose Deutschland. Kosten spielen scheinbar keine Rolle. Früher gab es für die Verantwortlichen die Kündigung.
11:37
Ein Spiegelbild der Politik und deren Verwaltungen. Hier scheint man zu blöd zu sein einfache Stimmzettel zu drucken. Natürlich passieren Fehler, aber bevor gedruckt wird sollte doh einer vom Schlafwagenpersonal Korrektur lesen können, oder ??
11:15
Ich denke mal,irgendwann steht ein Rechner im Wahllokal,um die Stimme abzugeben. Dann werden weniger Wahlhelfer gebraucht, die Zettelwirtschaft hört auf , und die Kosten werden gesenkt. Aber ich bin mir nicht sicher , ob da keine Fehler passieren. Das Programm darf keinen Fehler zulassen.-
11:02
Bei 2 Panne von einer Pannenserie zu sprechen ist doch wohl etwas übertrieben. Menschen machen Fehler. Und Menschen bemerken Fehler und können die meisten auch wieder gut machen........
Und einmal zu den Kosten:
Demokratie (Wahlen) kosten nun einmal auch Geld.
Ich denke dieses ist auch gut angelegtes Geld.
07:58
Meine Frage dazu: WER trägt denn die völlig unnötig entstandenen Kosten? Ich denke mal WIR, nicht wahr??