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Palins neue Kleider

23.10.2008 | 21:45 Uhr

Washington. Die republikanische Vizepräsidentschafts-Kandidatin hat sich von ihrem Wahlkampfteam einkleiden lassen. Das hat 150 000 Dollar gekostet. Parteispender sind empört und wollen ihr Geld zurück.

Läuft gerne in teurer Kleidung auf: Sarah Palin, republikanische Vizepräsidentschafts-Kandidatin. (Foto: afp)

Neiman Marcus, Sak's Fifth Avenue und Barney's gehören zu den feinsten Adressen, die der amerikanische Einzelhandel zu bieten hat. Nicht gerade Orte an die sich "Joe Sixpack" oder Jane, die Frau von "Joe dem Klempner" verirren. Zwei Figuren, die immer wieder in den Wahlkampfreden des Republikaner-Duos John McCain und Sarah Palin auftauchen, um Nähe zu den kleinen Leuten zu demonstrieren. Doch wenn die Scheinwerfer der Kameras ausgeschaltet sind, scheint für John McCains Vizepräsidentschafts-Kandidatin das Beste gerade gut genug zu sein.

Ihr "persönlicher Einkäufer" Jeff Larson kaufte für Palin im September bei einem einzigen Besuch in einem Nobelkaufhaus von Minneapolis Haute Couture für exakt 75 062 Dollar und 63 Cent ein. Im selben Monat langte die "Hockey Mom" aus Alaska an der vornehmen Fifth Avenue in New York noch einmal hin. Diesmal schleppte ihr Style-Berater Edel-Garn für 41 850 Dollar und 72 Cent ab. Hinzu kommen die Rechnungen für das markant hoch toupierte Haar und Make-Up im Wert von 4716 Dollar und 40 Cent.

Auch Alaskas "Erster Kumpel", Palin-Ehemann Todd, ging nicht leer aus. In Minnea-polis kassierte der Edel-Herrenausstatter Atelier für dessen Garderobe 4902 Dollar und 45 Cent. Selbst für die Kinder und Baby Trig fiel etwas ab, wie die Quittungen der Ausstatter Pacifier und Steinauf & Stroller Inc dokumentieren. Alles in allem läpperte sich eine Gesamtsumme von mehr als 150 000 US-Dollar zusammen - ausgewiesen in dem gesetzlich vorgeschriebenen Ausgaben-Report der Republikanischen Partei.

"Das Wahlkampfteam kommentiert nicht strategische Entscheidungen", weist Sprecherin Maria Comella Reporter-Anfragen zurück. Ihre Kollegin Tracey Schmitt geht in die Offensive: "Mit all dem, was im Land los ist, finde ich es schon bemerkenswert, dass wir Zeit auf Hosenanzüge und Blusen verwenden".

Tatsächlich zeigen Beispiele wie der 400 Dollar Haarschnitt des Demokraten John Edwards, dass Peinlichkeiten wie diese dem Image eines Kandidaten schweren Schaden zufügen können. Erst recht in Palins Fall, die für die Amerikaner massiv an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat, nachdem sich viele ihrer Behauptungen im Wahlkampf als nachweislich falsch herausstellten. Eine aktuelle Umfrage von NBC zeigt, dass Palin inzwischen mehr Wähler abschreckt McCain zu wählen, als George W. Bush.

"Hat niemand in diesem Laden eine politische Antenne?" stöhnt der republikanische Stratege Ed Rollins. Der Insider-Dienst Politico berichtet von wütenden republikanischen Spendern, die ihr Geld zurück haben wollen.

Dass ihr persönlicher Shopper, Jeff Larson, im Hauptberuf mit Schmieren-Kampagnen sein Geld verdient, gehört zu den bizarren Randnoten. Larson ist unter anderem für automatische Telefonanrufe verantwortlich, die versuchen, Barack Obama mit dem früheren Radikalen William Ayers in Verbindung zu bringen. Experten prüfen derweil, ob Team McCain möglicherweise gegen Wahlkampf-Finanzierungsgesetze verstoßen hat. (NRZ)

Thomas Spang

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