Ostermarschierer grenzen sich nach rechts ab

Duisburg/Dortmund..  Die Organisatoren der Ostermärsche grenzen sich nach rechts ab. „Die Positionen der demokratischen, antifaschistischen Ostermarschbewegung dürfen sich nicht mit rechten Parolen vermischen“, sagte Joachim Schramm, Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK) in Dortmund, gegenüber dieser Zeitung.

Im Ostermarsch-Aufruf heißt es: „Rechtsextremisten und Neonazis bleiben ausgeschlossen“. Die Aussage richtet sich auch an die sogenannten Mahnwachen, die unter anderem in Dortmund, Bochum und Köln regelmäßig für den Frieden demonstrieren. An solche Gruppen versuchen mitunter Rechtsradikale und Ausländerfeinde anzudocken.

Die Ostermarschbewegung kommt von links. Seit den Protesten gegen die Wiederbewaffnung Westdeutschlands in den 1950er-Jahren nehmen unter anderem Kommunisten, Sozialisten, Gewerkschafter und kirchliche Friedensgruppen teil. Bei der neuen Friedensbewegung der Mahnwachen gibt es hingegen personelle und programmatische Überschneidungen zu ausländerfeindlichen Gruppen, die etwa als „Pegida“ in Dresden auftreten.

Unter der Überschrift „Friedenswinter“ praktizieren beide Strömungen eine umstrittene Kooperation, die manche Ostermarschierer sehr kritisch betrachten. Eine der Auseinandersetzungen zwischen den Lagern dreht sich um den Ukraine-Konflikt und das Verhältnis zu Russland. Die Organisatoren der Ostermärsche plädieren für eine ausgewogene Position. Schramm: „In der Ukraine-Krise muss die Politik eine friedliche Lösung und einen Kompromiss zwischen den Interessen des Westens und Russlands finden.“ Er warnt, das Vorgehen des russischen Präsidenten Putin bei der Annexion der Krim „blauäugig zu verteidigen“. Mitstreiter der Mahnwachen rechtfertigen häufig die autoritäre Innen- und aggressive Außenpolitik der Putin-Regierung.

Die Ostermärsche am Samstag finden unter anderem in Duisburg statt. Am Sonntag gibt es mehrere Veranstaltungen in Essen, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Bochum und Herne, am Montag in Bochum und Dortmund. Der Auftakt in Duisburg wird überschattet von einem Streit. Das Duisburger Friedensforum hat eine Band eingeladen, der linke Organisationen Offenheit nach rechts vorwerfen. Mehrere linke Organisationen haben abgesagt.