Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Politik

"Organisierte Holocaust-Leugner"

07.05.2008 | 19:00 Uhr

Berlin. Die beiden Vereine, die Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble verboten hat, sind wegen verfassungsfeindlicher Bestrebungen und Leugnung des Holocaust ins Visier geraten.

Betroffen sind das Collegium Humanum aus Vlotho und der "Verein zur Rehabilitation der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten" (Vrbhv). Beide Gruppierungen mit Sitz in Vlotho seien "Sammelbecken organisierter Holocaustleugner", begründete Schäuble sein Vorgehen gestern in Berlin.

Zur Durchsetzung der Vereinsverbote untersuchten Beamte laut Innenministerium am frühen Mittwochmorgen bundesweit knapp 30 Gebäude. Schwerpunkte der Razzia waren demnach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Die Tätigkeit beider Vereine bestehe aus antisemitischer Propaganda und der Verherrlichung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, teilte das Ministerium mit. Die Gruppierungen richteten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und verstießen durch Leugnung des Holocaust gegen geltendes Recht.

In Vlotho trafen sich demnach Holocaustleugner und Neonazis aus ganz Deutschland. Schäuble betonte, zum rechtsextremistischen Spektrum gehörten "junge Neonazis ebenso wie alte Nationalsozialisten". Ihnen gemeinsam sei die Ablehnung der freiheitlichen demokratischen Ordnung. Zugleich verwiesen Unions-Politiker auf einen Antrag auf Überprüfung der Frage, wie künftig die Erlangung der steuerrechtlichen Gemeinnützigkeit für extremistische Vereine besser verhindert werden könne. Das Collegium Humanum war als gemeinnützig anerkannt. Es wurde 1963 gegründet und galt als ein Knotenpunkt im Netzwerk der Holocaust-Leugner. Der Bundesregierung zufolge wurden von dem Verein und dem ebenfalls verbotenen Vrbhv Schulungen, Vorträge und Mitgliedversammlungen organisiert. Dabei trat laut Verfassungsschutzbericht unter anderem der rechtsextreme Holocaust-Leugner Horst Mahler auf.

WR-Nachrichtendienste

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/32567/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat tagt in Krisensitzung zu Syrien-Massaker
Syrien
Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach Angaben von Diplomaten noch am Sonntag treffen, um über das Massaker im syrischen Hula mit mindestens 109 Toten zu diskutieren. Das Gremium werde sich um 20.30 Uhr deutscher Zeit treffen, hieß es.
Foto 4 Kommentare 4
Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen aufgetaucht
Menschenrechte
Der Bruder des blinden chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Menschenrechtsanwalts in sein Dorf im Osten Chinas zurückgekehrt. Chen war in der vergangenen Woche nach Peking gereist. Kurz darauf verschwand er.