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Opel: Hoffen auf Besonnenheit

21.03.2013 | 19:18 Uhr
Opel: Hoffen auf Besonnenheit
Das ablehnende Votum der Bochumer Opel-Belegschaft zum Sanierungstarifvertrag ist Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegenüber dem Management.Foto: Marcus Simaitis/dpa
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Es ist ein harter und risikoreicher Poker, auf den sich die Bochumer Opelaner jetzt eingelassen haben. Auf die Solidarität der anderen Werke darf der Standort nicht hoffen. Der Betriebsrat um Rainer Einenkel wird auf den neuen Opel-Chef Neumann setzen, der kein Interesse an einem großen Tohuwabohu im kampferprobten Revier haben kann.

Das ablehnende Votum der Bochumer Opel-Belegschaft zum Sanierungstarifvertrag ist Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegenüber dem Management. Was nach all den Jahren des Niedergangs am Revier-Standort und der stiefmütterlichen Behandlung durch den Eigentümer General Motors (GM) verständlich ist. Und natürlich ist es viel verlangt, wenn eine Belegschaft der weitgehenden Abwicklung ihrer Arbeitsplätze zustimmen soll.

Und doch ist es ein harter und risikoreicher Poker, auf den sich die Bochumer Opelaner jetzt eingelassen haben. Die Asse sind ungleich verteilt. Auf die Solidarität der anderen Werke darf der Standort nicht hoffen. Das wäre naiv, schließlich haben Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim ihre Schäfchen im Trockenen. Der Betriebsrat um Rainer Einenkel wird auf den neuen Opel-Chef Neumann hoffen, der kein Interesse an einem großen Tohuwabohu im kampferprobten Revier haben kann. Die Marke hat ohnedies reichlich gelitten durch die anhaltende Unsicherheit. Es gibt also auch gute Gründe für GM, die eine oder andere Zusage schriftlich zu fixieren. Viel fehlt nicht. Hoffen wir auf Besonnenheit und weitere Verhandlungen.

Thomas Wels

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