Offenbar Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr am Mittwoch

Die Gewerkschaft Verdi kündigt Warnstreiks im Öffentlichen Dienst an. Das Foto zeigt eine Kundgebung im Februar in Recklinghausen.
Die Gewerkschaft Verdi kündigt Warnstreiks im Öffentlichen Dienst an. Das Foto zeigt eine Kundgebung im Februar in Recklinghausen.
Foto: von Stegemann, WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Arbeitskampf des öffentlichen Dienstes machen die Gewerkschaften in der kommenden Woche ernst. Ab Montag rufen sie die Beschäftigten zu Warnstreiks auf. In NRW sind offenbar am Mittwoch flächendeckend Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsunternehmen im Ruhrgebiet geplant.

Essen.. Verdi macht ernst: Im Tarifstreik im öffentlichen Dienst ruft die Gewerkschaft für kommenden Woche bundesweit zu Warnstreiks auf. Ab Montag rufen sie die Beschäftigten in den Bundesländern zu Warnstreiks auf. Den Anfang machen Hessen und Rheinland-Pfalz.

Auch in NRW soll gestreikt werden, sagte ein Verdi-Sprecher in Düsseldorf auf Anfrage: "Wir planen große Warnstreiks in der nächsten Woche". Details sollen erst am Montag bekannt gegeben werden, hieß es. Der Tag bleibe in NRW vorraussichtlich noch streikfrei. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass am Mittwoch, 7. März, der öffentliche Nahverkehr im gesamten Ruhrgebiet für 24 Stunden bestreikt wird. Bereits angekündigt ist etwa ein Warnstreik bei den Busbetrieben in Herne und Castrop-Rauxel. Nach Informationen der örtlichen Verkehrsbetriebe soll auch in Duisburg, Mülheim, Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Dortmund am Mittwoch der Nahverkehr ganztätig bestreikt werden.

Keine Straßenbahnen in Frankfurt und Umgebung

In Hessen sind laut Verdi rund 125.000 Beschäftigte in den Dienststellen des Bundes, der Städte, Gemeinden und Landkreise zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Bürger müssten sich darauf einstellen, dass in Frankfurt und Umgebung weitgehend keine U-Bahnen und auch keine Straßenbahnen fahren.

In Rheinland-Pfalz würden sich voraussichtlich rund 5000 Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen beteiligen, erklärte die Dienstleistungsgewerkschaft am Freitag in Mainz. Betroffen seien Stadtverwaltungen, Kindergärten, Sparkassen, Krankenhäuser, Nahverkehrsbetriebe sowie Bundes- und Bundeswehreinrichtungen.

In Baden-Württemberg rief Verdi Beschäftigte in Kliniken, Kindergärten, der Verwaltung und der Müllabfuhr zu Arbeitsniederlegungen am Dienstag auf. Die Aktionen könnten am Mittwoch noch ausgeweitet werden, hieß es. In Bayern erwartet die Gewerkschaft am Donnerstag rund 10.000 Streikteilnehmer.

Warnstreik auch in Niedersachsen und Bremen

In Berlin wird es einem Verdi-Sprecher zufolge in der kommenden Woche voraussichtlich keine Streiks im öffentlichen Dienst geben. In Brandenburg hingegen werde es "aller Voraussicht nach" zu Arbeitsniederlegungen kommen. Wann und wo stehe noch nicht fest.

In Niedersachsen und Bremen solle der Streikschwerpunkt am Ende der Woche liegen, hieß es bei der Gewerkschaft. In Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es für Mittwoch Streikpläne.

Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ihre Tarifforderung nach 6,5 Prozent mehr Gehalt unterstreichen und gegen die Weigerung der Arbeitgeber protestieren, die am Donnerstag beim Verhandlungsauftakt in Potsdam kein Angebot vorgelegt haben. Die zweite Runde der Tarifverhandlungen ist für den 12. und 13. März angesetzt. (dapd/dae/WE)