Offenbar Militärputsch in Burundi - Präsident außer Landes

Präsident Pierre Nkurunziza ist derzeit in Tansania. Die Gunst der Stunde nutzte Godefroid Niyombare, sein ehemaliger Geheimdienstchef, offenbar für einen Militärputsch.
Präsident Pierre Nkurunziza ist derzeit in Tansania. Die Gunst der Stunde nutzte Godefroid Niyombare, sein ehemaliger Geheimdienstchef, offenbar für einen Militärputsch.
Foto: dpa
Während Präsident Pierre Nkurunziza an einem Krisengipfel teilnimmt, hat sein ehemaliger Geheimdienstchef anscheinend die Macht an sich gerissen.

Bujumbura.. Nach wochenlangen Massenprotesten in Burundi hat am Mittwoch offenbar das Militär die Macht in dem ostafrikanischen Krisenland an sich gerissen. Die Armee habe die Abwesenheit von Präsident Pierre Nkurunziza für den Putsch genutzt, erklärte der frühere Geheimdienstchef und derzeitige Generalmajor Godefroid Niyombare in einer Radioansprache des privaten Senders Isanganiro.

Der Staatschef hielt sich seit dem Morgen zu einem Burundi-Krisengipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) im Nachbarland Tansania auf. Eine Bestätigung der Regierung gab es zunächst nicht. In den Straßen der Hauptstadt Bujumbura sei Jubel ausgebrochen. Tausende Menschen feierten die Ankündigung, wie Augenzeugen sagten.

20 Opfer bei Protesten

In dem kleinen Land war es seit mehr als zwei Wochen zu Massenprotesten mit mittlerweile über 20 Opfern gekommen, nachdem Nkurunziza angekündigt hatte, bei der Präsidentenwahl Ende Juni für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Die Verfassung sieht nur zwei Amtszeiten vor.

Nkurunziza hatte seinen Geheimdienstchef im Februar entlassen, nachdem dieser ihn aufgefordert hatte, von einer weiteren Amtszeit abzusehen. (dpa)

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