Oberst Klein verteidigt Kundus-Luftangriff
26.12.2009 | 13:45 Uhr 2009-12-26T13:45:00+0100
Berlin. Bei der fatalen Bombardierung zweier Tank-Lastwagen in Afghanistan Anfang September sei nach Auskunft des deutschen Oberst Georg Klein Schlimmeres noch verhindert worden. Dies gehe laut einem Medienbericht von Samstag aus der erstmals vorliegenden ausführlichen Stellungnahme Kleins hervor.
Der deutsche Oberst Georg Klein hat einem «Spiegel»-Bericht zufolge intern seinen Befehl vehement verteidigt, mehrere Bomben auf zwei entführte Tanklastwagen und Taliban-Anhänger in der Nähe der afghanischen Stadt Kundus zu werfen. In einer ersten ausführlichen Stellungnahme am Tag nach dem Luftschlag habe sich Klein gerechtfertigt, er habe «lange um die Entscheidung zum Einsatz gerungen, um Kollateralschäden und zivile Opfer nach bestem Wissen und Gewissen auszuschließen». Das bislang lediglich in Auszügen bekannte Papier trägt dem Vorabbericht vom Samstag zufolge das Datum 5. September 2009 und sei «nur für Deutsche» angefertigt worden.
Wie das Magazin weiter schreibt, behauptet Klein in der auf Anforderung des Einsatzführungskommandos verfassten Erklärung, ihm sei zu verdanken, dass es nicht zu Schlimmerem gekommen sei. Er habe «den Waffeneinsatz gegen den Antrag der Piloten nur auf die Tanklastzüge und die sie umringenden Personen und nicht gegen weitere, am Flussufer beiderseits aufgeklärte Personen und Kfz freigegeben» sowie «den Waffeneinsatz gegen ausweichende Personen verboten».
"Feinde des Wiederaufbaus Afghanistans treffen"
Die Bomben seien ausschließlich über der Sandbank abgeworfen worden, «um Kollateralschäden zu benachbarten Ortschaften definitiv auszuschließen», heißt es laut «Spiegel» in der Klein-Erklärung. Er sei es gewesen, der «gegen die Empfehlung» der amerikanischen Piloten «kleinere Wirkmittel einforderte» - gemeint sind Bomben. Er habe letztlich das Kommando gegeben, weil er nach Lage der Dinge davon habe ausgehen können, durch den Einsatz eine Gefahr für die ihm anvertrauten Soldaten "frühzeitig abwenden zu können und andererseits mit höchster Wahrscheinlichkeit dabei nur Feinde des Wiederaufbaus Afghanistans zu treffen».
Der Bericht wird laut Magazin im Bundestags-Untersuchungsausschuss eine zentrale Rolle spielen. Er sei Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erst im November vorgelegt worden und habe maßgeblich zu dessen Meinungsumschwung beigetragen, den Einsatz als «nicht angemessen» zu bewerten. Bei dem Luftschlag auf zwei Tanklaster waren am 4. September bis zu 142 Menschen getötet worden, darunter viele Zivilisten. (ddp)

13:38
Ich finde die zurzeit stattfindende, abstrakte Diskussion, zu den Ereignissen in Afghanistan, befremdlich, beschämend und kontraproduktiv, im Bewusstsein dessen, was unsere Frauen und Männer der Polizei- und Bundeswehrkräfte für unser Vaterland leisten.
Als ehemaliger Polizeivollzugsbeamter im Bundesgrenzschutzes glaube ich zu wissen, wie wichtig Flankenschutz und Rückendeckung sind und möchte das mit diesem Beitrag explizit zum Ausdruck bringen:
Eine Frage der Ehre
Von einem deutschen Offizier, dem wir unseren Jungen anvertraut haben erwarten wir, dass er zunächst einmal mit großer Verantwortungskompetenz sein Leben schützt, ebenso wie seine physische und psychische Unversehrtheit, respektive Integrität. Unser Sohn sollte, wie alle seine Kameraden auch, lebend und gesund wieder nach Hause kommen.
Ob bei einer Gefahrenabwehr immer die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt werden, bleibt letztlich der Prüfung des Bundestags-Untersuchungsausschusses vorbehalten. Wurde unverhältnismäßig gehandelt, so wäre das zurecht ein weiteres, beklagenswertes Unglück. Aber, es ist Krieg – und wir sind mittendrin. Das ist eigentlich die Katastrophe! Unsere engagierten Staatsbürger in Uniform, die im Auftrag des deutschen Parlaments eine schwere Mission erfüllen sollen, ausgerechnet dann im Stich lassen, wenn es brenzlig wird, ist beschämend und skandalös zugleich.
Warum allerdings die Heimatfront in Panik ausbricht und in Folge dessen meint, eine der wenigen glaubhaften Politikerpersönlichkeiten mit einer realistischen Zukunftsperspektive, medial hinrichten zu müssen, bleibt mir verschlossen. Zumal der Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg, soeben zur Hälfte der ersten hundert Tage im Amt, noch einer gewissen politischen Schonfrist unterliegt.
Auch das ist eine Frage der Ehre.
11:43
Die Informationen über den Luftangriff sind mittlerweile so widersprüchlich, dass kein Außenstehender die Situation vor Ort und die Folgen des Bombardements auch nur einigermaßen verläßlich abschätzen kann.
Stellungnahmen nach dem Motto nur ein toter Taliban ist ein guter Taliban sind genauso unvertretbar wie Äußerungen mancher Politiker der LINKEN, die den Vorfall mittlerweile so darstellen, als seien bei der vorsätzlichen Bombardierung einer Ortschaft nur unbeteiligte Zivilisten getötet worden.
Vor diesem Hintergrund ist es gut, dass ein Untersuchungsausschuss den Ablauf und die Hintergründe soweit wie möglich aufklären wird. Dann wird man hoffentlich sehen, ob Herr Oberst Klein einen schweren Fehler gemacht und große Schuld auf sich und die Bundeswehr geladen hat (wofür die Meldungen über getötete Kinder prima facie sprechen), oder ob hier nicht doch linke Agitatoren (die etwa keine Probleme mit dem Einmarsch der Roten Armee in Afghanistan zur Etablierung eines sozialistischen Regimes gehabt haben - oder ist bekannt, dass Gregor Gysi und Konsorten öffentlich dagegen aufbegehrt hätten?) unseren Soldaten gezielt und hinterhältig in den Rücken fallen. Vielleicht stellt sich aber auch heraus, dass beide Momente ineinander greifen. Mal abwarten, wie sich alles nach sorgfältiger Aufklärung und Bewertung darstellt, dann kann man urteilen.
11:43
@10 Ergänzung. Beihilfe zum faktischen Massenmord durch die ideellen Massenmörder am Schreibtisch in Berlin und Umgebung,strafbar oder nicht?
Der Uniformträger im Rang eines Oberst ist doch nur ein Placebo-Ziel für eine sog. öffentliche ,demokratische Diskussion!
11:36
Orden für Oberst Klein und Beförderung zum General. Was hat der Mann anderes gemacht und ist seinem Befehl gefolgt, den er von unserer Politik bekommen hat? Statt rum zu lamentieren hat der Mann gehandelt, im Gegensatz zu unseren Politikern, die unsere Soldaten da unten hinschicken um Zielscheibe zu spielen, hat der Mann wenigestens Eier in der Hose.
Wir wissen doch mittlerweile alle, dass die Taliban ein perfides Spiel damit treiben, an ihre Angriffsorte und Abschussorte für Raketen Kinder und Frauen mitzunehmen, oder ihre Raketenrampen gleich mal in einen Kindergarten stellen. Warum wohl waren um Mitternacht da hunderte von Frauen und Kindern an den Tankwagen? Es ist bei der Kriegstaktik der Taliban einfach nicht zu verhindern, dass da Kinder und Frauen draufgehen. Wenn unsere Politik das nicht möchte, gibts nur eine Reaktion: Alle Soldaten abziehen! Aber Soldaten dahin zu schicken, als Zielscheibe, und die dürfen sich nicht wehren, macht jeden unseren Bundestagsangehörigen Mitschuld an jedem toten deutschen Soldaten.
Wie gesagt, der Oberst hat Eier in der Hose, 622 MDBs haben die nicht!
Wie sollen sich unsere Soldaten da unten wehren, wenn sie beschossen werden? Erstmal überlegen, abwägen, erstmal beim Anwalt anrufen, ob das nu mal geht mit dem zurückschiessen, ohne dass in der BRD dann gleich der Staatsanwalt ermittelt?
Untersuchungsausschuss? ja, OK, aber: In KUNDUS! im Lager! unter Taliban-Beschuss! Mal gespannt wie lange es diese Politikerversager da unten aushalten, und ob der Ausschuss dann da unten auch wieder monatelang tagt.... wahrscheinlich sind die nach der ersten Rakete fertig und wollen nach Hause zu Mami!
10:50
Der Einsatz inAfghanistan ist völlig sinnlos. Die Regierung muss endlich einsehen, dass sich die deutschen Soldaten dort im Krieg befinden und in einem Krieg gibt es leider auch immer zivile Opfer.
10:45
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10:34
Ich sehe den Einsatz insgesamt zwar auch als eher sinnlos an. (Islam und Demokratie/Menschenrechete passen halt so gut zusammen, wie Fisch & Fahrrad)
Der Befehl Oberst Kleins ging aber meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Denn nur der naivste Stalinist an sich wird davon ausgehen, daß die Taliban den erbeuteten Treibstoff für etwa humanitäre Zwecke verwendet hätte.
Asymetrische Kriege sind nicht weniger schmutzig als die uns altbekannten. Und wenn hier einige verkappte Humanisten schon Kollateralschäden (zurecht) anprangern, sollten sie doch bitte miteinbeziehen, daß es gerade die Radikal-Islamisten sind, die ihre unschuldige Zivilbevölkerung fast durchgehend als Schutzschild benutzt.
10:19
Was suchen unsere Soldaten in Afghanistan?Sie sollen unser Land gegen Terroristen schützen,morgen vielleicht in China oder Pakistan? Hier wird aus Bündniszugehörigkeit rechr gebeugt,man brauchr nur die Grenzen zuzumachen.Der arme Oberst ist kein kriegserfahrender Offizier und ist mit seiner Aufgabe vollkommen überfordert,man schicke in die Rente!
09:35
dieser herr klein ist für mich ein kriegsverbrecher, den man vor gericht stellen müßte.
aber herr köhler und herr von & zu sind ja nur der meinung, dass man dem bürger den afghanistaneinsatz nur richtig erklären müßte.
krieg erklären ist da schon das richtige stichwort...
09:04
Bomben abwerfen, oder Raketen abfeuern, da geht es doch schon um die Genauigkeit der Definitionen .