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Beschneidung

Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse

21.08.2012 | 19:44 Uhr
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Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
Der israelische Oberrabiner Yona Metzger (M.) in Berlin bei der Bundespressekonferenz. Neben ihm: die Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal (.) und Shmuel Segal.Foto: dapd

Berlin.   Der Oberrabbiner des Staates Israel, Yona Metzger, hält die Beschneidung von Jungen für nicht verhandelbar. Beschneider könnten aber künftig in Deutschland von Ärzten ausgebildet werden. Die Anti-Beschneidungs-Debatte in Deutschland habe ihn „besorgt gemacht“, so Metzger.

Die traditionelle Form der Beschneidung von Jungen ist nach den Worten des Oberrabbiners des Staates Israel, Yona Metzger, Kernbestand der jüdischen Religion und damit nicht verhandelbar.

Das Judentum kenne 613 Gebote. „Wir haben sie vom Himmel bekommen“, sagt Metzger, „von Moses.“ Zumindest ein Gebot, die Beschneidung, will Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ganz irdisch regeln – per Gesetz.

Oberrabbiner Metzger warnte in Berlin: „Von uns zu fordern, dieses Gebot zu ändern, heißt, unsere Religion zu verändern.“ Man könne ebenso wenig von einem katholischen Pfarrer verlangen, Weihnachten zu verschieben, um es im Sommer in kurzen Hosen am Meer zu feiern.

Der Religionsgelehrte besteht auf der Beschneidung aller jüdischen Jungen: Acht Tage nach Geburt und nur in Ausnahmefällen später, ohne Narkose und von einem Mohel erledigt. Das ist ein Beschneider. Ein Arzt würde dem Brauch widersprechen. Zehn Mohel gibt es in Deutschland. Sie studierten die Religion in Israel und machten ein Praktikum.

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Nun schlug Metzger vor, dass künftig deutsche Ärzte sie ausbilden sollen. Fortbildung, Zertifikat, ein neuer Lehrberuf – an der Bürokratie soll es nicht scheitern. Für die Kompromiss-Idee ist er von Israel nach Deutschland gereist, hat zwei Tage lang mit der Ministerin und anderen Politikern diskutiert. Metzger ist die höchste Autorität der aus Mittel- und Osteuropa stammenden Juden.

Neues Gesetz soll Rechtssicherheit bringen

Als das Landgericht Köln im Mai die Beschneidung als Körperverletzung verurteilte, da reagierte die Ministerin rein juristisch. Für sie war es nur eine Einzelfallentscheidung. Nach langer öffentlicher Debatte, nach Protesten von Ärzten, aber auch einem Aufruf des Parlaments für die Beschneidung ist Leutheusser-Schnarrenberger klar: Sie muss ein Gesetz vorlegen, schon um wieder Rechtssicherheit herzustellen.

Die Debatte in Deutschland habe ihn „besorgt gemacht“, so Metzger. Er hält dagegen, dass 95 Prozent der Israelis beschnitten sind. Schmerz, Trauma? „Kein Jude in Israel hat wegen der Beschneidung ein Trauma erlitten“, antwortete er. Mitunter hilft man mit einem „Tropfen süßen Wein“, einer Salbe oder Spray nach – so viel Betäubung ist in Ordnung. Aber eine Spritze würde dem Knaben mehr Schmerz zufügen als der Schnitt. Und die Religion schreibt vor: Es müsse auf natürlichem Weg erfolgen.

Miguel Sanches

Kommentare
23.08.2012
18:44
Nur weil man 4000 Jahre Mist gemacht hat,
von meigustu | #36

ist das kein Grund weiterzumachen. Es ist eher Gotteslästerung, wenn man sich anmaßt sofort an Gottes Ebenbild "Verbesserungen" vorzunehmen.

23.08.2012
18:40
Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
von tomatenkiller_neo | #35

o - o- o, wenn da mal nicht ein Schnitt danebengeht ...

23.08.2012
17:51
Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
von der_gehetzte | #34

Wie wäre es wenn der Rabbi sich um die Belange in seinem Land kümmert?! Israel tritt noch immer die Menschenrechte der Palästinenser mit Füßen und ist dadurch, dass sich Moslems in aller Welt mit den Palästinensern solidarisieren(was vorhersehbar war), auch für den islamistischen Terror in der westlichen Welt verantwortlich. Das ist die Realität. Nun möchte Israel einen Krieg gegen den Iran führen. Und dieser Rabbi kommt allen ernstes hierher und versucht Einfluß auf unsere Gesetzgebung zu nehmen mit dem Ziel Körperverletzung und -Verstümmelung zu legalisieren. Mir sind solche Typen hier nicht willkommen, Herr Rabbi.

23.08.2012
16:09
Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
von Volksentscheid | #33

Tja mein verehrter Oberrabbiner...nicht immer auf 613 Gebote berufen,ein Blick in unser GG dürfte da zeitgem.sein.

23.08.2012
14:30
Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
von Dawadochwas | #32

Jetzt weiß ich, wo der Ausdruck "Bleib mir von der Pelle" herrührt.
Sollte dieser Eingriff nur bei volljährigen jüdischen Männern durchgeführt werden, wären
garantiert über 50 % unbeschnitten.
Wer klar denken kann wird sich dieser Prozedur nicht unterwerfen wollen.
Gottes Segen hängt wohl kaum von einem kleinen Hautfetzen ab.

23.08.2012
13:26
Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
von Alter-MAnn59 | #31

Alle BRD-Bürger/innen die gegen die Beschneidungen und mögliche Verstümmelungen
und Körperverletzungen sind, sollten bei der EU eine Petition
einreichen, um zu verhindern, daß die deutschen v o r aus eilenden Politiker ein Gesetz
zu Kinder-Verstümmelung herausbringen - und Körperverletzung und -Verstümmelung
legalisieren.
Siehe:
http://www.europarl.europa.eu/aboutparliament/de/00533cec74/Petitions.html

23.08.2012
13:21
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #30

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.08.2012
13:11
Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
von Alter-MAnn59 | #29

Alle BRD-Bürger/innen die gegen die Beschneidungen und mögliche Verstümmelungen
und Körperverletzungen sind, sollten bei der EU eine Petition
einreichen, um zu verhindern, daß die deutschen vorauseilenden Politker ein Gesetz
zu Kinder-Verstümmelung herausbringen - und Körperletzung und -Verstümmelung
legalisieren.
Siehe:
http://www.europarl.europa.eu/aboutparliament/de/00533cec74/Petitions.html

23.08.2012
11:44
Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
von berndsteinberg | #28

Dieser Anmaßung des Oberrabbiners muss energisch widersprochen werden!
Die Pflicht unseres Staates,die körperliche Unversehrtheit seiner Bürger zu schützen, ist nicht verhandelbar!

23.08.2012
10:46
Oberrabbiner sieht bei Beschneidung kaum Kompromisse
von bloss-keine-Katsche | #27

Kein Jude hat Trauma?
Guckt euch doch mal an, wie Israel in Palästina haust! Dass kann man mit gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehen.
Um das tzu vertsehen braucht es ein Trauma.
Aber was sagt denn die Bundesanwaltschaft?
Organisierte Gewalt gegen Babies,
wo fängt organisiertte Kriminalität an?

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