Obermann ist der Sieger
20.06.2007 | 08:46 Uhr 2007-06-20T08:46:48+0200Einigung bei der Telekom
Die Einigung zwischen Verdi und Telekom ist schon deshalb ein Erfolg, weil eine weitere Eskalation verhindert wurde. Telekom-Chef Obermann hätte die Auslagerung seiner Service-Mitarbeiter auch ohne die Gewerkschaft und mit noch drastischeren Kürzungen durchziehen können. Verdi hätte dagegen wenig tun können. Das Unterfangen, den Service zu verbessern, hätte Obermann mit 50 000 gedemütigten Mitarbeitern allerdings getrost vergessen können.
Nun kann Verdi behaupten, das Schlimmste verhindert zu haben. Doch gewonnen hat Obermann. Mit 30 Prozent niedrigeren Einstiegsgehältern lässt sich planen. Und für die anderen fallen deutlich mehr als die 6,5 Prozent die vier Stunden Mehrarbeit ohne Lohnausgleich ins Gewicht. Dass sie 38 statt 34 Stunden arbeiten müssen, wird die Beschäftigten kaum stören. Betriebswirtschaftlich ist dies aber die Vollstreckung der jüngsten Lohnkürzung um ebenfalls 6,5 Prozent aus 2004, für die damals die Arbeitszeit verkürzt wurde. Für die Betroffenen ist der Kompromiss hart. Doch ihre Jobs, das sollte ein wenig trösten, sind ein Stück sicherer geworden.

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