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Atomgipfel

Obamas Kooperation mit Russland stößt auf Widerstand

14.04.2010 | 20:14 Uhr
Obamas Kooperation mit Russland stößt auf Widerstand

Washington. Amerika, das die deutsche Kanzlerin diese Woche bereist, gibt sich derzeit seltsam weltabweisend. Im Land ist die Gesellschaft gespaltener und unsicherer denn je. Und auch Obamas Nuklearstrategie stößt nicht bei allen auf Gegenliebe.

Jene vom Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer auch hier zu Lande diagnostizierte „wutgetränkte Apathie“ der Menschen findet jenseits des Atlantik ihre monströsen Lautsprecher unter den Revolutionären der stockkonservativen Tea-Party-Bewegung: Die wähnen Gottes eigenes Land in kommunistischen Händen, seit der schwarze Präsident Obama im Weißen Haus amtiert. Sie wettern gegen dessen Rettung der Banken ebenso wie gegen seine Gesundheitsreform, sie verlangen das Ende aller Sozialprogramme und den Ausstieg der USA aus der UNO. Satte 60 Prozent der Amerikaner argwöhnen, ihr Land sei auf dem falschen Weg. Es ist der dumpfe Protest von Enttäuschten und Verängstigten gegen die Unübersichtlichkeit der globalen Welt.

Amerika ist verunsichert

Sarah Palin, die umjubelte Galionsfigur der aggressiven Rechten, stellte schon als Vizepräsidentschafts-Kandidatin des republikanischen Haudegens John McCain ihre Sicht der Welt mit der skurrilen Erkenntnis unter Beweis, bei schönem Wetter könne sie von ihrem Heimatstaat Alaska aus Russland sehen. Jetzt vergleicht sie Obamas neue Nuklearstrategie mit einem Kind auf dem Spielplatz, das sich anderen als Prügelopfer darbiete, weil es allen sage, es schlage ja nicht zurück.

In dieser seit der Wirtschaftskrise aufgeheizten Stimmung ist Amerikas Gesellschaft gespaltener und verunsicherte denn je. Der innenpolitisch umstrittene Präsident kann sich auch keineswegs sicher sein, ob er mit hinreichender Rückendeckung für seine Sicherheitspolitik rechnen kann. Seine Vision einer atomwaffenfreien Welt stößt selbst unter manchen seiner Mitstreiter auf Skepsis, die Nuklearstrategie bleibt umstritten. Und ob der Senat den START-Vertrag mit Russland passieren lässt ist ebenso offen wie die Ratifizierung des atomaren Teststopps.

Signale stehen auf Kooperation

Obamas Widersacher sind auf Krawall gebürstet. Dabei ist der START-Vertrag allenfalls ein (Wieder)einstieg in die Abrüstung, „nur ein Schritt auf einer längeren Reise“ (Obama). Doch nach Jahren des abgründigen Misstrauens eben auch ein starkes Symbol für ein engeres Zusammenwirken der USA mit der etwas verblassten Supermacht Russland. Seit dem Untergang der Sowjetunion ist die Schnittmenge gemeinsamer Interessen zwischen beiden Atommächten größer geworden: Russland, obgleich weder als Demokratie noch als Marktwirtschaft lupenrein, profitiert wie die USA von einem stabilen Weltfinanz-System. Beide Staaten sind von islamistischem Terror bedroht, sie kooperieren längst unverhohlen im Kampf gegen die Taliban in Afghanistan, sie teilen – mit Blick auf den Iran - die Sorge vor einer weiteren Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und dem Nuklearterrorismus mit „schmutzigen“ Bomben.

Amerikas Rechte möchte Russland auf dem Niveau einer Regionalmacht sehen, deren Streitmacht ein reformresistenter Riese mit zwergenhaften Fähigkeiten bleiben soll. Obama indessen, der seinen Kollegen Dmitri Medwedew in Prag einen „Freund und Partner“ nannte, hat die Signale auf Kooperation gestellt – und damit auf Augenhöhe.

Richard Kiessler

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Kommentare
14.04.2010
20:53
Obamas Kooperation mit Russland stößt auf Widerstand
von schincke.de | #1

Seit Erfindung der Atombombe ist zum Glück noch nie eine gezündet worden um einen Krieg gegen eine andere Nation zu gewinnen. Außer 2. WK.

Sämtliche Staatshaushalte liegen am Boden. Menschlich und finanziell sollte die Rüstung insgesamt rückläufig sein.

Der PAPST hat in seiner Osterrede zu einer neuen moralische Weltordnung aufgerufen.

Bisher war dies die USA. Wir Deutschen müssen in der heutigen Zeit mit Schmerzen erfahren wohin uns dies gebracht hat.

ALSO WIE SOLL DIE NEUE ORDNUNG AUSSEHEN ???
.

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