Nur wenige arbeiten über 65 Jahre hinaus

An Rhein und Ruhr.  Nur sehr wenige Menschen arbeiten freiwillig länger als sie müssten. Gut 7000 Neurentner im Alter zwischen 66 und 69 Jahren zählte die Deutsche Rentenversicherung im Jahr 2013, in den Vorjahren waren es ähnlich wenige. Dabei winkt, was viele gar nicht wissen, eine stattliche Erhöhung der verschobenen Rente: Wer ein Jahr länger arbeitet, erhält sechs Prozent mehr Rente, nach zwei Jahren zwölf Prozent.

In der aktuellen Debatte um längeres Arbeiten spielt diese Möglichkeit kaum eine Rolle. Die CDU will bessere Anreize setzen, aber für Menschen, die bereits ihre Rente beziehen und dazu nebenbei arbeiten wollen. Ihre Renten erhöhen sich dann nicht mehr, obwohl ihr Arbeitgeber Rentenbeiträge zahlen muss. Dies will die CDU ändern.

Dass nicht mehr Menschen stattdessen ihre Rente verschieben und so deutlich aufbessern, schieben Politiker oft auf Tarifverträge, die dies verhinderten. Nach der Durchsicht vieler Verträge kann das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung das aber nicht bestätigen. WSI-Experte Reinhard Bispinck: „Die Tarifverträge stehen in vielen Branchen einem längeren Arbeiten nicht im Wege.“ Die Gewerkschaft Verdi, die noch einige Verträge mit Beendigungsklauseln hat, erklärte, derzeit darüber zu diskutieren.