Nur wählen gehen kann helfen

Schafft es Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz? Für die SPD ist das lebenswichtig. Gewinnt Dreyer, wäre bewiesen, dass der sozialdemokratische Wähler durch starke und kluge Köpfe motiviert werden kann. Verliert Dreyer, muss sich Parteichef Gabriel um die Zukunft seiner Partei sorgen. Um sich selbst auch.

Zwar werden am Sonntag drei Landesparlamente gewählt – doch Landesthemen spielen kaum eine Rolle. Das ist sehr bedenklich und auch undemokratisch, weil es doch eigentlich um die jeweiligen Landesprobleme der nächsten Jahre geht. – Aber weil die Flüchtlingskrise derzeit alle anderen Themen übertönt, erleben wir am Sonntag eine Stimmungswahl. Die Linien laufen dabei kreuz und quer: Der Grüne Kretschmann stellt sich staatsmännisch hinter Merkel. Frau Dreyer verteidigt ebenfalls deren Kurs, während die CDU-Spitzenkandidaten Klöckner und Wolf von der Kanzlerin abgerückt sind. Die CDU bangt um ihre Linie, die SPD hadert. Genau diese Gemengelage sorgt dafür, dass die AfD wohl ziemlich punkten wird.

Echte Lösungsvorschläge gibt es von der AfD indes nicht. Sie zielt auf den Protest. Man will es „denen da oben“ mal zeigen. Komplexe Zusammenhänge sind ihre Sache nicht.

Dass diese politik-feindliche Haltung so großen Raum einnehmen durfte, ist auch Schuld der großen Parteien. Zu lange sind sie nicht offen genug auf ihre Wähler zugegangen, haben zu wenig erklärt und klargestellt. Einzig eine hohe Wahlbeteiligung kann den Einzug der Radikalen in die Parlamente mildern. Falls Sie also Freunde oder Verwandte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt haben – rufen Sie sie bitte an, damit sie zur Wahl gehen.