Nur jeder zehnte Autoknacker gefasst

Hagen/Olpe..  Autoknacker haben in NRW gute Chancen, ungeschoren davonzukommen. Nicht einmal jeder zehnte Diebstahl an und aus Fahrzeugen konnte im ersten Halbjahr 2014 aufgeklärt werden. Das räumte Innenminister Jäger (SPD) ein. Regional sind die Aufklärungsquoten sehr unterschiedlich: Während in Minden-Lübbecke mehr als jeder zweite Diebstahl aufgeklärt wurde (53,6 Prozent), sind es im Ennepe-Ruhr-Kreis nur 2,8 Prozent – allein Coesfeld (2,2 Prozent) war in NRW schlechter.

Fest installierte Navigationsgeräte und Airbags sind bei Diebesbanden besonders beliebt. Nach Erkenntnissen der Kriminalpolizei in NRW wird die Beute „häufig in das osteuropäische Ausland verbracht“, auf Auto- und Flohmärkten sowie im Internet verkauft.

In der Antwort auf eine CDU-Anfrage erläuterte Jäger die geheimen Transportwege der Täter. So werden Hohlräume von Fahrzeugen wie Kotflügelinnenseiten oder der Motorraum häufig als Verstecke genutzt. Andere Täter verschicken ihre Beute mittels Kurierdiensten einfach im Postversand. Auch werden Fahrer von Busunternehmen angeworben, die die Navis in Reisetaschen oder Koffern Richtung Osteuropa transportieren.

Besonders beliebt waren hochwertige Fahrzeuge der deutschen Automarken BMW und Mercedes-Benz – gefolgt von VW und Audi. Der Beutewert lag in der Regel pro „Bruch“ bei 2000 bis 4000 Euro. In Einzelfällen gab es bis zu 8000 Euro Beute. Auffällig: Oft fanden die Auf- und Einbrüche nachts in Wohngebieten direkt vor der Haustür der Kfz-Besitzer statt. Meist wurden in einer Nacht an einem Ort gleich mehrere Fahrzeuge „geknackt“ und deren Navis oder Airbags herausgerissen.

2014 wurden im Rhein-Erft-Kreis sechs Tatverdächtige ermittelt, denen Serientaten zur Last gelegt werden. Die Verdächtigen stammen aus Polen, Litauen und Serbien – bei zwei Verdächtigen geht die Polizei von Bandenkriminalität aus, die anderen handelten als Einzeltäter und begingen auch andere Eigentumsdelikte.