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Nur das Industriegift PFT trübt Ruhrwasser-Bilanz Ruhrverband legt Gütebericht vor: Qualität weiter verbessert

05.09.2007 | 07:18 Uhr

Essen. Die Qualität des Wassers der Ruhr und in ihrem Einzugsgebiet hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert. Das geht aus dem Ruhrgütebericht 2006 hervor. Ein Schadstoff trübt jedoch diese schöne Bilanz: PFT.

 

Professor Harro Bode ist ein Vertreter der bildhaften Sprache. "Wir stehen an zwei Marterpfählen", sagte der Vorstandsvorsitzende des Ruhrverbandes gestern bei der Vorlage des Ruhrgüteberichts 2006. "Auf der einen Seiten wird uns von der Öffentlichkeit vorgehalten, die Kosten seien zu hoch. Auf der anderen wird behauptet, die Qualität reiche nicht aus."

Um es vorwegzunehmen: Beide Vorwürfe sind aus Sicht des Ruhrverbandes, der fünf Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt, selbstverständlich nicht gerechtfertigt.

Doch nun ist noch ein drittes Folterinstrument dazugekommen - PFT. Die Tatsache, dass sich die Ruhrwasserqualität 2006 im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich verbessert habe, geriet bei der Pressekonferenz des Ruhrverbandes und der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR) zur Randbemerkung. Im Mittelpunkt stand einzig und allein die Industriechemikalie PFT, die, seit sie illegal auf einem Acker in Brilon-Scharfenberg großflächig ausgebracht wurde, große Besorgnis in der Bevölkerung auslöste.

Moderne Analysen Schließlich ist Wasser das wichtigste Grundnahrungsmittel. Und wohl auch das am besten untersuchte. Erst die hochmodernen Analysemethoden haben es überhaupt ermöglicht, Schadstoffkonzentrationen im Milliardstel-Gramm-Bereich feststellen zu können.

Die Versorger gaben erneut Entwarnung. "Eine Gefährdung der Bevölkerung durch PFT ist nicht gegeben", betonte Hansjörg Sander von der AWWR. "Die Wasserwerke an der Ruhr liefern stets einwandfreies Trinkwasser, welches allen Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation, der EU, der Deutschen Trinkwasserverordnung und der Empfehlung der Trinkwasserkommission entsprach und auch weiterhin entsprechen wird."

Seit Juli 2006 sei es dem Ruhrverband gelungen, unterhalb des Zusammenflusses von Möhne und Ruhr eine PFT-Konzentration von 250 Nanogramm (Milliardstel Gramm) pro Liter Rohwasser durchgängig zu unterschreiten. Damit sei die Einhaltung des von der deutschen Trinkwasserkommission für einen lebenslangen Trinkwassergenuss hinnehmbaren Konzentrationswert von 300 Nanogramm garantiert.

Auch in der Möhnetalsperre wurde dieser Wert am 20. August 2007 erstmals wieder unterschritten. Das sei jedoch kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Die PFT-Belastung in der Ruhr sei nach wie vor erhöht, weil es immer noch verseuchte Flächen im Einzugsbereich von Möhne und oberer Ruhr gebe. Die PFT-Fracht stamme zu 65 Prozent aus der belasteten Briloner Ackerfläche, zu 35 Prozent aus Industrie und Haushalten.

Die Wasserwerke entlang der Ruhr wollen nun 60 Millionen Euro unter anderem in den Einbau von Aktivkohlefiltern investieren. Die befreien den Fluss von PFT - und von anderen Stoffen, die eigentlich nicht ins Wasser gehören.

Von Martin Korte

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