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NSU-Untersuchungsausschuss will Mutter von Uwe Böhnhardt befragen

22.05.2013 | 13:16 Uhr
NSU-Untersuchungsausschuss will Mutter von Uwe Böhnhardt befragen
Der Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss will die Mutter von Uwe Böhnhardt zu einer missglückten Polizeirazzia in Jena befragen. Im Bild: Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt.Foto: dpa

Essen.  Der NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags will die Mutter des mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt vorladen. Thema der Anhörung soll eine Polizeirazzia in Jena sein, bei der Böhnhardt, Zschäpe und Mundlos fliehen konnten.

Erstmals soll mit der Mutter von Uwe Böhnhardt eine Familienangehörige eines der mutmaßlichen NSU-Mitglieder öffentlich befragt werden. Der Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss möchte die Frau in der ersten Juni-Woche zu einer Razzia in Jena vernehmen. Das berichtet die Thüringer Allgemeine in ihrer Ausgabe vom Mittwoch.

Während der Durchsuchung am 26. Januar 1998 gelang es dem NSU-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zu fliehen und anschließend unterzutauchen. Die Polizei hatte damals in einer der drei Garagen knapp anderthalb Kilogramm Militärsprengstoff TNT und mindestens eine funktionsfähige Rohrbombe gefunden.

Ausschuss hofft auf Aufklärung durch Böhnhardts Mutter

Dorothea Marx, die Vorsitzende des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses, bestätigte die Zeugenladung für die Mutter von Uwe Böhnhardt am Dienstag. Unter anderem wolle der Ausschuss von ihr wissen, wie sie die damalige Razzia erlebt habe und wann die Polizei von dem Bombenfund in einer der drei durchsuchten Garagen wusste.

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Die Verbindungen der Dortmunder Neonazi-Szene mit Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) war enger, als bisher bekannt.

In den vergangenen beiden Ausschusssitzungen hatten Polizeibeamte dazu unterschiedliche Angaben gemacht. Einer der Zeugen war sich vor anderthalb Jahren bei der Befragung durch eine Untersuchungskommission sicher, dass der Sprengstoff und die Rohrbomben bereits entdeckt waren, als Böhnhardt verschwinden konnte.

Vor dem Untersuchungsausschuss hatte der Zeuge vor einigen Wochen nur noch von einer Sicherheit im Verhältnis von 60 zu 40 Prozent gesprochen.

Andere an der Razzia beteiligten Polizisten erklärten dagegen, dass der Bombenfund erst nach der Flucht erfolgt sei. Diese Beamten hatten im Gegensatz zum ersten Zeugen damals allerdings alle dem Thüringer Landeskriminalamt angehört.

Keine Übertragung der Ausschusssitzungen im Internet

Der Untersuchungsausschuss verständigte sich zudem darauf, keine Live-Berichterstattung per Internet mehr zuzulassen. Die dort veröffentlichten Wortprotokolle der Zeugenvernehmungen hätten dazu geführt, dass sich andere Zeugen auf die Befragung einstellen konnten, so Dorothea Marx.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass Beate Zschäpe gemeinsam mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die rechtsterroristische Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gebildet hatte. Dieser Gruppierung werden unter anderem zehn Morde vorgeworfen. Zschäpe steht deswegen seit Anfang Mai in München vor Gericht.

Kai Mudra

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