Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Nazi-Terror

NSU-Ermittler haben einen neuen Beschuldigten im Visier

26.02.2013 | 13:42 Uhr
NSU-Ermittler haben einen neuen Beschuldigten im Visier
Im Fall der rechtsextremen Terrorzelle NSU wird inzwischen gegen 14 Beschuldigte ermittelt.Foto: dapd

Karlsruhe.  Die Bundesanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen die Neonazi-Terrorzelle NSU offenbar auf einen Jenaer Neonazi ausgedehnt. Er soll während des Raubüberfalls in Eisenach, nach welchem zwei NSU-Terroristen aus Furcht vor der drohenden Verhaftung Selbstmord begingen, in der Nähe gewesen sein.

Im Fall der Neonazi-Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) hat sich die Zahl der Beschuldigten auf 14 erhöht. Nach dapd-Informationen hat die Bundesanwaltschaft bereits am 28. Januar 2013 ein Ermittlungsverfahren gegen den Jenaer Neonazi André K. wegen des Anfangsverdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung eingeleitet.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte am Dienstag lediglich, dass im Februar 2013 die Wohnräume und das Fahrzeug "eines weiteren Beschuldigten" durchsucht worden seien, der auch vernommen, aber nicht festgenommen wurde. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel sei noch nicht abgeschlossen.

Der Jenaer Neonazi soll bei einem Raubüberfall der NSU in der Nähe gewesen sein

Es gab den Verdacht, dass sich André K. am 4. November 2011 in derselben Mobilfunkzelle aufhielt, in der das Wohnmobil abgestellt war, das die NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos beim Raubüberfall auf eine Sparkassenfiliale in Eisenach nutzten. Beide begingen an diesem Tag Selbstmord in dem Wohnmobil, als sie von der Polizei verfolgt wurden.

Lesen Sie auch:
NSU-Spur führt in Dortmunder Neonazi-Szene

Die Spur der Terroristen des “Nationalsozialistischen Untergrund“ führt in die Dortmunder Neonazi-Szene. Und die Beziehungen waren offenbar enger als bislang bekannt. So war Sprengstofflieferant Thomas S. in in den 90er-Jahren häufig in Dortmund. Abhörprotokolle und Verbindungsdaten belegen das.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft scheint André K. aber zufällig in der Nähe gewesen zu sein. Die Ermittlungen deuteten "auf einen unverfänglichen Grund für den Aufenthalt des Beschuldigten in dieser Funkzelle hin", heißt es. Dies habe den Tatverdacht relativiert. Der 37-jährige K. soll bis zum Untertauchen des NSU-Trios im Jahr 1998 Kontakte zu dem NSU-Trio Beate Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt gehabt haben. Für die Jahre danach, in denen der NSU zehn Morde verübte , gilt das aber anscheinend nicht. (dapd)



Kommentare
Aus dem Ressort
CDU geht bei Wahl in Sachsen als klarer Favorit ins Rennen
Wahlen
Der Wahlkampf in Sachsen ist zu Ende. An diesem Sonntag wird gewählt. Das letzte schwarz-gelbe Regierungsbündnis in Deutschland steht nach den Umfragen vor dem Ende - die FDP wird laut Umfragen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern
Frustrierte FDP-Rebellen wollen neue liberale Partei gründen
Liberale
Frühere FDP-Politiker um den ehemaligen Hamburger Vize-Bürgermeister Dieter Biallas sind unzufrieden mit dem ihrer Meinung nach zu sehr wirtschaftlich ausgerichteten Liberalismus-Begriff der FDP. Nun wollen sie eine neue Partei aus der Taufe heben.
So soll das riesige Ruhr-Parlament arbeitsfähig werden
Ruhr-Parlament
Das nächste Ruhrparlament wird doppelt so groß und teurer - und es entspricht nicht dem Wählerwillen. Nun haben sich CDU, SPD, Grüne und FDP auf „Vierergespräche“ geeinigt, um das Riesen-Parlament arbeitsfähig zu machen. CDU-Ruhr-Chef Wittke sagt, die Zahl der RVR-Politiker sei nicht verhandelbar.
Angeblich hunderte russische Panzer in Ukraine eingedrungen
Konflikte
Tausende Kämpfer und Hunderte Panzer sind nach Angaben der ukrainischen Führung aus dem Ausland auf ukrainisches Gebiet vorgedrungen. Veranlassen nochmals verschärfte EU-Sanktionen den Kreml zum Umdenken? Die Nato plant angeblich eine Eingreiftruppe,
Islamisten beschießen UN-Soldaten auf den Golan-Höhen
Syrien
Seit zwei Tagen schließen radikal-islamische Rebellentruppen mehr als 70 Blauhelme auf den Golanhöhen ein. Jetzt kommt es zu Kämpfen. Auch die Gefechte zwischen Rebellen und der syrischen Armee gehen weiter.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?