NRW will Kükentötung per Ratsinitiative schneller stoppen

Rund 21 Millionen Küken werden jährlich sofort nach dem Schlüpfen vergast und geschreddert, weil sie später keine Eier legen können.
Rund 21 Millionen Küken werden jährlich sofort nach dem Schlüpfen vergast und geschreddert, weil sie später keine Eier legen können.
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Was wir bereits wissen
NRW fordert einen schnelleren Stopp der Massentötung männlicher Küken. Das Land wirft dem Bund Lobby-Politik und eine Verzögerungstaktik vor.

Düsseldorf.. Nordrhein-Westfalen will über eine Bundesratsinitiative versuchen, die massenhafte Tötung männlicher Küken schnellstmöglich in Deutschland verbieten zu lassen. NRW werde einen Antrag für eine Änderung des Tierschutzgesetzes einbringen, kündigte Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Montag in Düsseldorf an.

Kükentötung "Regierung als Steigbügelhalter der Geflügel-Lobby"

Der Grüne warf Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vor, auf Zeit zu spielen und sich hinter Absichtsbekundungen und Forschungsvorhaben zu verstecken. "Es kann nicht sein, dass sich die Bundesregierung hier wegduckt und sich zum Steigbügelhalter der Geflügel-Lobby machen lässt", kritisierte er in einer Mitteilung.

Schmidt hatte zuvor angekündigt, das Töten männlicher Küken spätestens bis 2017 zu beenden. Dazu gebe es ein Forschungsvorhaben zur Geschlechtserkennung im Ei. Ziel ist, männliche Küken gar nicht erst schlüpfen zu lassen. Nach Angaben des Agrarministeriums werden jährlich rund 21 Millionen Küken sofort nach dem Schlüpfen vergast und geschreddert, weil sie später keine Eier legen können. (dpa)