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Regelstudienzeit

NRW-Studenten sitzen nach

13.02.2012 | 18:17 Uhr
NRW-Studenten sitzen nach

Düsseldorf.   Die vorgegebene Zeit für den Abschluss reicht oft nicht aus. Die Unis sollen nachbessern.

Weniger als ein Drittel der Studierenden in NRW absolviert das Studium in der Regelstudienzeit. Selbst bei den „schnellen“ Bachelor-Studiengängen schafft gerade mal die Hälfte in sechs Semestern den Abschluss. Das geht aus einer aktuellen Aufstellung des Wissenschaftsministeriums für das Jahr 2010 hervor, die der WAZ-Mediengruppe  vorliegt.

Nur 31 Prozent der 58 157 Absolventen an den NRW-Hochschulen erreichten demnach in der Regelstudienzeit die angestrebten Abschlüsse. Besonders gering ist die Zahl bei den rund 12 000 Diplom-Studenten, von denen 88 Prozent länger als geplant für den Abschluss benötigten. Bei den Lehramtsstudenten benötigten zwei Drittel länger als vorgesehen. Bachelor-Studenten erreichten immerhin zu 54 Prozent ihren Abschluss nach den sechs „Regel“-Semestern. Zu konkreten Gründen für die Überschreitung der Regelzeit lägen dem Ministerium keine Erkenntnisse vor, sagte ein Sprecher.

Vertreter der Studierenden sehen dagegen die Hochschulen und deren Ausstattung als Grund. „Überfüllte Seminare sind bei uns vor allem in den Geistes- und Sprachwissenschaften sowie Lehrämtern an der Tagesordnung“, klagt Marco Schneider vom AStA der Universität Siegen. Hinzu komme, dass prinzipiell gewünschte Auslands- oder Praktikumssemester die Studienzeit verlängern und zu einer Überschreitung der Regelzeit führen. Zudem sind an vielen Unis Pflichtseminare wegen zu geringer Kapazitäten „ausgebucht“. Sie müssen in einem weiteren Semester nachgeholt werden. Negative Folgen hat die Überschreitung der Regelstudienzeit vor allem für Studierende, die Bafög beziehen. Zahlreiche Empfänger, die nach der Regelstudienzeit keine Förderung mehr bekommen, geraten deshalb in finanzielle Engpässe.

In einem „Bologna-Memorandum“ will das Wissenschaftsministerium die Hochschulen auffordern, „ausreichende Möglichkeiten zu schaffen, dass Seminare auch besucht werden können“. Neben einer Verbesserung der Studienorganisation an den Hochschulen müsse auch die Dauer der Regelstudienzeit überdacht werden, fordert Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Siegener Studentenwerks.

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Die Hochschulen müssten wegen der doppelten Abiturjahrgänge aus mehreren Bundesländern schon zum Sommersemester ihre Lehr- und Betreuungskapazitäten erhöhen.

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Heinz Krischer

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